Box-WM Klitschko machte kurzen Prozess
Las Vegas - Der beim Hamburger Universum Boxstall unter Vertrag stehende Ukrainer schlug den Lokalmatador Shufford in der Nacht zum Sonntag vor 4000 Zuschauern im Mandalay Bay Casino von Las Vegas nach 2:55 Minuten in der sechsten Runde k.o.
Klitschko, der erstmals in Amerika um die WM-Krone boxte, kassierte für seinen 37. Sieg im 38. Profikampf eine Börse von rund vier Millionen Mark. Sein unterlegener Herausforderer, der im 19. Kampf seine zweite Niederlage erlebte, erhielt 700.000 Mark.
"Jeder Sieg hilft"
"Das war die Eintrittskarte für die USA", jubelte Klitschko-Manager Klaus-Peter Kohl: "Jeder Sieg hilft uns auf dem Weg ganz nach oben." Für Larry Merchant, Chefkommentator des in den USA live übertragenden Pay-TV-Senders HBO, steht fest: "Klitschko ist der beste Schwergewichtler der Welt." Der TV-Journalist, der einst Wladimir Klitschkos Bruder Witali nach dessen verletzungsbedingter WM-Niederlage gegen Chris Byrd als Weichei und Amateur verhöhnt hatte, schwärmte nun: "Ich würde gern eine Klitschko-Aktie kaufen. Leider gibt es keine."
Bei seinem ersten Auftritt im Box-Mekka USA als Champion beherrschte Klitschko den und zehn Zentimeter kleineren Herausforderer jederzeit. In der 2. und 3. Runde streckte der Titelverteidiger den an Nummer 30 der unabhängigen Weltrangliste geführten Amerikaner jeweils mit der rechten Geraden zu Boden. Doch erst im sechsten Durchgang ging dem pausenlos flüchtenden Shufford die Puste aus, als ihn ein knallharter linker Haken des Weltmeisters erwischte.
"Für den ersten Schritt war das okay"
Die lediglich 4000 Zuschauer im 10.000 Plätze fassenden Mandalay-Bay-Casino, geringeres Medien-Interesse als üblicherweise bei einem WM-Kampf, lieblose Organisation und bis auf Schauspieler Will Smith keine Prominenten in Ring- und Kamera-Nähe sind Ausdruck des beschwerlichen Wegs, den Klitschko bei der Hatz nach größerer Popularität in den USA gehen muss. "Für meinen ersten Schritt hier war das okay", befand der Weltmeister nach seinem 34. K.o. im 38. Kampf. Doch Manager Kohl weiß: "Wir müssen bessere, attraktivere Gegner bekommen. Aber der Markt gibt momentan nicht viel her." Klitschkos nächster WM-Kampf in Las Vegas ist für November geplant.