Box-WM: Klitschko träumt von Tyson - DER SPIEGEL
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Box-WM Klitschko träumt von Tyson

Die Titelverteidigung gegen Derrick Jefferson soll für Boxweltmeister Wladimir Klitschko nur eine Durchgangsstation auf dem Weg zu den ganz großen Kämpfen sein.
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Hamburg - Der Champion will noch dieses Jahr gegen Lennox Lewis oder Mike Tyson antreten. "Die großen Namen müssen sich jetzt stellen - unbedingt", sagte Klitschko in einem Interview der "Hamburger Morgenpost".

Zwei Tage vor dem Duell um den Schwergewichts-Titel der World Boxing Organization (WBO) am Samstagabend in München stimmten sich Wladimir und sein älterer Bruder Witalij Klitschko mit einem Training beim FC Bayern München auf den Kampf ein. Der in Hamburg lebende Ukrainer fühlt sich stark wie nie. "Ich bin in der Form meines Lebens", erklärte der 24-Jährige.

"Alles spricht für ein vorzeitiges Ende"

Den Kampf gegen Jefferson will der jüngere Klitschko durch K.o. vorzeitig beenden. "Er hat 19 von 23 Siegen per K.o. erzielt, ich 32 von 35. Nach mathematischem Gesetz spricht alles für ein vorzeitiges Ende - und einen Sieg für mich", sagte der promovierte Sportwissenschaftler, der zugab, etwas nervös zu sein: "Aber Angst braucht man auch, um mit 100-prozentiger Konzentration bei der Sache zu sein."

Die Showeinlage beim deutschen Fußball-Meister im Rahmen von Dreharbeiten für den Pay-TV-Sender "Premiere World" machte Klitschko und den beteiligten Bayern-Profis wie Sammy Kuffour und Giovane Elber "großen Spaß". "Wir haben gesehen, dass einige Spieler des FC Bayern richtig angegriffen haben", berichtete Klitschko. "Wir wollten die Bayern unbedingt kennen lernen. Wir sind große Fußball-Fans. Und Bayern ist ein Weltklasse-Verein."

"Ich habe immer in die Luft geboxt"

Bayern-Verteidiger Kuffour war offenbar nicht besonders zufrieden mit seinen Boxversuchen. "Ich habe nie jemanden erwischt, sondern immer in die Luft geboxt", meinte der Nationalspieler aus Ghana. "Jeder weiß, die Klitschko-Brüder sind die schnellsten der Welt. Ich hatte einfach keine Chance."

Klitschko-Herausforderer Jefferson meldete sich am Donnerstag mit forschen Tönen zu Wort. "Ich bin der am härtesten kämpfenden Boxer der Welt. Der Kampf wird zu Ende sein, bevor das Buffet leer ist", sagte der US-Amerikaner dem "Hamburger Abendblatt". Für den Fall seines Sieges kündigte der 33-Jährige an, sich noch am gleichen Abend gegen Witalij Klitschko in den Ring stellen zu wollen: "Ich bin bereit, 24 Runden zu kämpfen."

"Meine Stärke ist mein Herz"

Jefferson, der vor sieben Jahren Profi-Boxer wurde, nachdem ihm ein Gangster ins Bein geschossen hatte und er seine Karriere als Basketballer aufgeben musste, ist für seinen nimmermüden Einsatz bekannt: "Meine Stärke ist mein Herz", sagt er selber, "es verhindert, dass ich aufgeben kann." Seine Schwäche sind Cornedbeef-Sandwiches.