Box-WM: Ottkes Gegner fehlte der Mumm - DER SPIEGEL
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Box-WM Ottkes Gegner fehlte der Mumm

Am Samstagabend hat Supermittelgewichts-Weltmeister Sven Ottke die sechste Titelverteidigung erfolgreich hinter sich gebracht. Sein amerikanischer Gegner machte es ihm dabei jedoch nicht besonders schwer.
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Karlsruhe - Der gebürtige Berliner Ottke bezwang an seinem 33. Geburtstag den Amerikaner Tocker Pudwill in einem Zwölf-Runden-Kampf einstimmig nach Punkten. Vor 3000 Zuschauern in der Karslruher Europahalle feierte Ottke den 19. Sieg in seiner makellosen Profi-Karriere.

Der Weltmeister beherrschte den Herausforderer deutlich. In der neunten Runde hatte er den 28 Jahre alten Marketing-Experten aus Bismarck in North Dakota zu Boden geschickt, versäumte aber in der Folgezeit eine vorzeitige Entscheidung. Der in der unabhängigen Weltrangliste an Position 43 geführte Pudwill war für den Titelverteidiger kein ernsthafter Prüfstein. Der als Co-Kommentator beim übertragenden Fernsehsender RTL tätige Henry Maske sprach Pudwill die Klasse eines Herausforderers ab: "Sven wurde gar nicht gefordert. Pudwill hat mich enttäuscht. Wenn man eine WM-Chance erhält, dann muss man sein Herz in beide Fäuste nehmen." Im Herbst wird sich das mit Sicherheit ändern, dann wartet mit Ex-Weltmeister Charles Brewer (USA) ein weitaus stärkerer Rivale auf Ottke.

Im Europameisterschaftskampf im Superweltergewicht unterlag der für den Sauerland-Stall boxende Niederländer Orhan Delibas dem Russen Roman Karmazin durch technischen K.o. in der 4. Runde. Eine überzeugende Vorstellung bot dagegen Torsten May (Köln). Der Ex-Europameister, der wegen einer Augenbrauen-Operation fünf Monate pausieren musste, besiegte im Cruisergewicht den Esten Waleri Semischkur im Kampf um die IBF-Interkontinentalmeisterschaft souverän durch technischen K.o. in der dritten Runde.