Boxen Bärenstarke Kasachen
Sydney - Der Abschlusstag des olympischen Boxturniers stand ganz im Zeichen der Boxer aus Kasachstan. In vier der sechs am Sonntag ausgetragenen Finals standen Faustkämpfer aus der ehemaligen Sowjetrepublik. Allerdings begann die Veranstaltung im Exhibition Center von Sydney aus kasachischer Sicht nicht gerade optimal.
Im Endkampf des Fliegengewichts scheiterte Weltmeister Bulat Dsumadilow wie vor vier Jahren. Der Kasache unterlag am Sonntag zum Auftakt des Finaltags dem Thailänder Wijan Ponlid mit 12:19 Punkten. Ponlid sicherte seinem Heimatland damit die erste Goldmedaille in Sydney. Der Olympiasieger hatte in der ersten Runde den Flensburger Vardan Zakarjan ausgeschaltet. Bronze ging an Jerome Thomas (Frankreich) und Wladimir Sidorenko (Ukraine).
Was seinem Landsmann Dsumadilow verwehrt blieb, gelang dem Kasachen Beksat Sattarchanow in der nächsthöheren Gewichtsklasse, dem Federgewicht. Weltmeister Ricardo Juarez (USA) unterlag dem Asienmeister von 1999 mit 14:21. Bronze gewannen der Marokkaner Tahar Tamsamani und der Russe Kamil Dsamalutdinow.
Das Finale im Halbweltergewicht war dann das erste ohne kasachische Beteiligung - und das erste an Sonntag, in dem ein Weltmeister seinem Titel gerecht werden konnte. Mahamad Abdullajew (Usbekistan) hatte gegen den zweimaligen US-Meister Ricardo Williams nicht übermäßig viel Mühe und siegte nach Punkten 27:20. Bronze ging an den Algerier Mohamed Allalou sowie den Kubaner Diogenes Luna Martinez, der damit die einzige Medaille seines Teams am Schlusstag der Boxwettbewerbe von Sydney gewann.
Im Halbmittelgewicht gab es das zweite Gold für Kasachstan. Wenngleich mit 25:23 Punkten hauchdünn setzte sich der Olympiadritte von 1996, Jermarchan Ibraimow, gegen den rumänischen Weltmeister Marian Simion durch. Mit Bronze wurden Pornchai Thongburan aus Thailand und Jermain Taylor (USA) dekoriert.
Im Finale des Halbschwergewicht siegte der russische Boxer Alexander Lebsiak, Weltmeister von 1997, gegen den Tschechen Rudolf Kraj nach Punkten 20:6. Mit Bronze traten Andrej Fedtschuk aus der Ukraine und der Usbekebe Sergej Michailow die Heimreise an.
Den Schlussakzent am Sonntag setzte im Superschwergewicht der Brite Audley Harrison, der seinen Endkampf gegen Muchtarchan Dildabekow aus Kasachstan mit 27:16 Punkten gewann. Bronze ging an Rustam Saidow aus Usbekistan und Paolo Vidoz aus Italien. In dieser Klasse war der Berliner Cengic Koc in der zweiten Runde am Kubaner Alexis Rubalcaba gescheitert.