Boxen: Beyer enttäuscht beim Comeback - DER SPIEGEL
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Boxen Beyer enttäuscht beim Comeback

Er hatte sich viel vorgenommen, doch konnte nicht überzeugen: Markus Beyer bezwang den Russen Murat Mahmudow zwar klar nach Punkten, blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Jetzt hofft er auf einen Kampf gegen eine Legende.
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München - Auf den Tag genau 17 Monate nach seiner schweren K.o.-Niederlage im WM-Kampf gegen den Dänen Mikkel Kessler hat der frühere Weltmeister Beyer ein erfolgreiches Comeback gefeiert. Der 36 Jahre alte Supermittelgewichtler besiegte in München den Russen Mahmudow einstimmig nach Punkten. Alle drei Punktrichter stimmten 80:72 für Beyer. "Ich bin im Großen und Ganzen nicht zufrieden. Ich hab's versucht, über die Sicherheit zu machen", sagte Beyer. Es war sein 35. Sieg im 39. Profikampf.

Von Beginn an war Beyer der aktivere Boxer, agierte jedoch in den ersten Runden sehr vorsichtig. Die lange Kampfpause war ihm deutlich anzumerken. "Das machst du sehr gut", lobte Trainer Karsten Röwer seinen Schützling in der Pause zur zweiten Runde. Doch auch in der Folge konnte Beyer nur wenig klare Treffer landen.

Mahmudow, der mit Vollbart in den Ring stieg, war die meiste Zeit im Rückwärtsgang, schlug nur sehr wenig und gefährdete Beyer zu keiner Zeit des Kampfes. "Jetzt bin ich bei 80 Prozent. Wir müssen noch einiges verbessern. Ich fühle mich noch nicht zu alt, um dazuzulernen", so Beyer.

Im September 2006 hatte Beyer gegen Kessler seine WBC- und WBA-Gürtel abgeben müssen und war seitdem nicht mehr aktiv gewesen. Er musste sich einer Handoperation unterziehen und hatte sich von seinem Promoter Wilfried Sauerland getrennt, der nicht mehr an die sportliche Zukunft Beyers glaubte. Inzwischen kämpft er für den Stall des Hamburgers Ahmed Öner, der mit Beyer einen schlagzeilenträchtigen Kampf gegen den US-Amerikaner Roy Jones jr. plant. Der ehemalige Box-Superstar ist inzwischen 39 Jahre alt und hat seine beste Zeit ebenfalls lange hinter sich. Jones sah sich heute Beyers Kampf in München live am Ring an.

"Ich hätte nie gedacht, dass Roy Jones überhaupt jemals nach Deutschland kommt. Wenn ich derjenige sein kann, der hier gegen ihn boxt, wäre das natürlich eine große Ehre für mich", hatte Beyer vor dem heutigen Kampf gesagt: "Ich habe immer gesagt, dass ich noch einen richtigen großen Kampf machen will. Bisher hatte ich dafür immer eine WM im Kopf, aber natürlich wäre auch ein Kampf gegen Roy Jones jr. eine Riesensache."

Jones hatte zuletzt am 19. Januar 2008 im Madison Square Garden zu New York geboxt. Er besiegte im Duell zweier Ex-Weltmeister Felix Trinidad, der nach über zwei Jahren Kampfpause sein Comeback gab, einstimmig nach Punkten.

fsc/pav/sid

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