Boxen: Demütigung für Holyfield - DER SPIEGEL
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Boxen Demütigung für Holyfield

Evander Holyfield scheint wie so viele Sportler den richtigen Zeitpunkt für einen Abgang verpasst zu haben. Der frühere Box-Weltmeister ging gegen seinen US-Landsmann James Toney zu Boden und gab auf.
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Las Vegas - Holyfield verlor in Las Vegas gegen den ins Schwergewicht gewechselten Cruisergewichts-Weltmeister Toney nach 1:42 Minuten in der neunten Runde durch technischen K.o. Das Duell war allerdings kein Titelkampf.

Trotz seiner deprimierenden Niederlage denkt der vierfache Ex-Champion im Schwergewicht aber nicht daran, sich aus dem Boxring zu verabschieden. "Nach solch einer Nacht wäre es das Einfachste, alles hinzuschmeißen. Aber ein Krieger ist ein Mensch, der nicht aufgibt", so Holyfield.

Zwei Wochen vor seinem 41. Geburtstag wirkte Holyfield nur noch wie ein Schatten einstiger glorreicher Tage. Lediglich in den ersten drei Runden deutete Holyfield mit einigen linken Haken und schönen Kombinationen im Infight an, warum er in seinen legendären Schlachten der neunziger Jahre gegen James Douglas, Riddick Bowe oder Mike Tyson gesiegt hatte. Danach wurde der Modellathlet aus Atlanta von Toney vorgeführt.

Der sieben Zentimeter kleinere Herausforderer, der schon die WM- Gürtel im Mittel- und Supermittelgewicht trug, war flinker auf den Beinen und mit den Händen. Toney, der als exzellenter Techniker gilt, traf mit seinem gesamten Repertoire wie er wollte und zermürbte Holyfield.

In den "Langzeitschlaf", wie Toney prophezeit hatte, schickte er Holyfield zwar nicht. Doch nach einem linken Körperhaken ging der aus dem Mund blutende Altmeister zu Boden. Während ihn der Ringrichter anzählte, kam aus seiner Ecke das weiße Handtuch zur Aufgabe. Es war Holyfields zweiter Knockout im 47. Kampf (38 Siege/7 Niederlagen/2 Unentschieden) nach dem technischen K.o. gegen Bowe vor zehn Jahren.