Boxen "Die Kämpfe werden zu spät abgebrochen"
Berlin - Nach dem tragischen Tod von Beethavean Scottland, der am Montag an den Folgen eines Profikampfes verstarb, hat Manfred Wolke, ehemaliger Coach von Henry Maske, Konsequenzen gefordert. Besonders die zum Teil mangelhaft ausgebildeten Ringrichter und die viel zu kurzen Pausen zwischen den Kämpfen gäben Anlass zur Sorge. "Mitunter brechen die Ringrichter die Kämpfe viel zu spät ab. Nicht unbedingt in Deutschland, aber oft in England und den USA", so Wolke in der "Berliner Zeitung".
Unnötige Härte vermeiden
Bei gravierender technischer Überlegenheit müsste früher abgebrochen werden. "Der Ringrichter muss entschieden dazwischen gehen. So würde man unnötige Härte vermeiden, die dann zu schweren Verletzungen führt", erklärte Wolke, derzeit Betreuer von Profibox-Europameister Danilo Häußler. Zudem stellten Boxkämpfe alle paar Wochen ein zu hohes Gesundheitsrisiko dar: "In solchen Kämpfen lässt der Körper zu viel Substanz, da die Boxer meist eine schlechte Verteidigung haben."
Scottland war vergangene Woche bei einem Kampf gegen George "Khalid" Jones in der zehnten Runde K.o. gegangen und ins Koma gefallen. Tragischerweise war Scottland erst kurstfristig für einen ausgefallenen Boxer eingesprungen. Der 26-Jährige wurde darauf zweimal am Gehirn operiert, hatte aber das Bewusstsein nicht wiedererlangt. In der siebten Runde hatte der Ringarzt bereits erwogen, ihn aus dem Kampf zu nehmen, sich jedoch nicht durchgesetzt. Scottland hinterlässt Frau und drei Kinder.
Bisher drei tote Boxer in diesem Jahr
In diesem Jahr erlagen auch der Australier Ahmad Popal sowie der erst 19 Jahre alte Mexikaner Cresencio Mercado den Folgen eines Schlagduells. Dabei hatte Mercado seinen Kampf sogar in Runde eins durch K.o. gewonnen, fiel dann aber ins Koma. Für Wolke sind solche Vorfälle die Folgen einer "schlechten boxerischen Grundausbildung im Amateurlager".