Boxen: IBF-Champion Abraham deklassiert Australier - DER SPIEGEL
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Boxen IBF-Champion Abraham deklassiert Australier

Die erste Verteidigung seines Weltmeistertitels bereitete Arthur Abraham keine großen Probleme. Herausfordernder scheinen da die Pläne seines Promoters Wilfried Sauerland zu sein. Der will jungen Boxer erst einbürgern und dann dahin schicken, wo es das ganz große Geld zu verdienen gibt.
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Oldenburg - Der in Berlin lebende Abraham besiegte seinen völlig chancenlosen Herausforderer Shannan Taylor aus Australien deutlich nach Punkten (120:107, 120:107, 120:106) und verteidigte damit seinen IBF-Titel im Mittelgewicht. Abraham ist nunmehr in 20 Profi-Kämpfen ungeschlagen. Auch deswegen lockt ihn bereits das Box-Mekka USA, wo um weitaus größere Börsen als in Europa gekämpft wird. "Wir erhalten laufend Anfragen", bestätigte Promoter Wilfried Sauerland.

Obwohl die drei Preisrichter Abraham in allen zwölf Runden vorn sahen, war der 26-Jährige nicht vollends mit seinem Erfolg zufrieden. "Ich wollte den vorzeitigen Sieg, aber es war einfach nicht möglich. Taylor hat alle Schläge weggesteckt", sagte er. Trainer Ulli Wegner hingegen lobte seinen Schützling: "Arthur hat eine taktisch reife Leistung geboten. Er wird aber noch lernen müssen, dass auch Punktsiege einem Weltmeister bestens zu Gesicht stehen."

Vor 4000 Zuschauern in der Oldenburger EWE-Arena hatte Abraham keine Mühe mit seinem Rivalen. In dem tempoarmen Gefecht konnte der passive Herausforderer den Weltmeister nicht ernsthaft fordern. Abraham dominierte den Kampf, ohne jedoch entscheidende Wirkung beim enttäuschenden Australier zu hinterlassen.

Trotzdem resümierte Sauerland sichtlich zufrieden: "Das war ein gutes Lehrstück für ihn, wie man über zwölf Runden gehen kann." Lediglich in der neunten Runde wankte Taylor nach einer Schlagserie des Armeniers. Den WM-Gürtel hatte sich Abraham am 10. Dezember vergangenen Jahres in Berlin durch einen K.O.-Erfolg gegen Kingsley Ikeke aus Nigeria geholt.

Nach der erfolgreichen Titelverteidigung soll Abraham in voraussichtlich acht Wochen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten. Am 13. Mai wird er in Zwickau in einem Event mit WBC-Weltmeister Markus Beyer boxen. Für den 19. August ist die erste Pflichtverteidigung in Deutschland geplant. Danach soll sich der Kämpfer in den USA beweisen. "Ende des Jahres können wir dann nach Amerika gehen. Ich denke, das ist dann der richtige Zeitpunkt", so Sauerland.

kob/sid/dpa

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