Boxen: Klitschko macht kurzen Prozess mit Johnson - DER SPIEGEL
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Boxen Klitschko macht kurzen Prozess mit Johnson

Schwergewichtler Witalij Klitschko wird nächstes Jahr wieder um die Weltmeisterschaft des World Boxing Councils (WBC) kämpfen. Im New Yorker Madison Square Garden war Klitschkos pummeliger Gegner Kirk Johnson völlig chancenlos. Dem Ukrainer stehen auf dem amerikanischen Markt nun alle Türen offen.
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New York - Box-Weltmeister Lennox Lewis kann sich vor einem WM-Fight gegen Witalij Klitschko nicht mehr drücken. 168 Tage nach seiner unglücklichen Niederlage gegen den britischen Weltmeister sicherte sich der Schwergewichtler aus dem Hamburger Universum Boxstall mit einer grandiosen Vorstellung in New York das erneute Herausforderungsrecht für einen WM-Fight im neuen Jahr gegen den Champion des World Boxing Councils (WBC). Der ältere Klitschko-Bruder gewann in der Nacht zum Sonntag im Madison Square Garden den Ausscheidungskampf gegen den Kanadier Kirk Johnson nach mehreren Serien schulmäßiger Links-Rechts Kombinationen durch technischen K.o. in der zweiten Runde nach 2:54 Minuten. Klitschko wurde von den 10.823 Zuschauern gefeiert, als wäre er schon der neue Weltmeister.

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Boxen: Klitschkos kurzer Prozess

Foto: AP

Überwältigt von Klitschkos Auftritt waren auch alle Experten, die jetzt dem Showdown mit Lewis genauso entgegenfiebern wie der Star des Abends. "Das war super, super, super. Das war der Schlüssel zur Thronbesteigung. Jetzt gibt es einen großen Pay-Per-View-Kampf", frohlockte Promotor Klaus-Peter Kohl. Die Art und Weise des Triumphes im "Mecca of Boxing" sei das Beste gewesen, was dem angeschlagenem Schwergewicht passieren konnte, schwärmte Larry Merchant. Der Chefkritiker des Bezahlsenders HBO hatte Vitali vor drei Jahren nach seiner Aufgabe im Kampf gegen Chris Byrd noch als "Weichei" verhöhnt.

Begeisterte Amerikaner


Merchants Kollege George Foreman stellte begeistert fest: "Im größten Haus des Boxens hat Witalij jetzt auch die Herzen von New York erobert. Wer so fabelhaft boxt, wird neuer Weltmeister. Wenn Lewis jetzt keine Dollarzeichen sieht, muss er zum Psychologen. Er muss sich stellen, um als Großer in die Schwergewichts-Geschichte einzugehen", forderte der Ex-Champion, der seine TV-Karriere am Samstag beenden wollte. Sollte es aber zu "Lewis - Klitschko II" kommen, würde er noch einmal ans Reportermikrofon zurückkehren.

"Lewis würde uns das schönste Weihnachtsgeschenk machen, wenn er Heiligabend dem Kampf zustimmen würde. Dann wäre er ein richtiger Kerl", sagte Trainer Fritz Sdunek. HBO-Sportchef Kerrie Davis glaubt fest an die Zweitauflage, die Börsen in zweistelliger Millionenhöhe garantieren. Noch aus dem Ring schickte der in Los Angeles residierende Ukrainer erste Grüße an Lewis. "Hi, Lennox, ich weiß, dass du zuschaust", sagte Klitschko in die TV-Kamera und zwinkerte dabei mit dem Auge: "Du bist ein großer Boxer, aber ich kann dich schlagen."

Klitschko kassierte für seinen 33. Sieg im 35. Kampf mehr als zwei Millionen Dollar, Johnson, der zum zweiten Mal in 37 Fights verlor, musste sich mit 350.000 Dollar zufrieden geben. Ursprünglich galt der 6. Dezember als Termin für das Rematch. Den ersten Kampf hatte Lewis nur gewonnen, weil er nach der sechsten Runde wegen blutender Wunden im Gesicht des Ukrainers abgebrochen wurde. Klitschko hatte auf allen drei Punktzetteln geführt. Laut WBC-Regel muss Lewis seinen Titel bis zum 21. Juni verteidigen, ansonsten wird er ihn los.

Ungleiches Duell


Klitschko schickte mit beeindruckender Entschlossenheit den eher schwerfälligen Johnson (117,9 kg) bereits früh in den Ringstaub. "Alles Gute kam heute zusammen. Ich wollte der Welt zeigen, dass ich die Nummer eins bin und niemanden fürchte", sagte der deutlich leichtere Sieger (113,4 kg). "Es gibt keine Entschuldigung, Witalij war der Bessere", befand der einen halben Kopf kleinere Johnson anstandslos. Sein ein Jahr älterer Gegner, der vor Selbstbewusstsein und Energie sprühte, war er von der ersten Sekunde an Chef im Ring. Klitschkos linke Aufwärtshaken und die brachialen rechten Geraden donnerten auf Johnson ein wie ein Vorschlaghammer. Nach 45 Sekunden in der zweiten Runde ging der 31-Jährige das erste Mal zu Boden. Als der Weltranglisten-Fünfte das zweite Mal abtauchte, brach der Ringrichter das ungleiche Duell ab.