Boxen Krasniqi vergibt WM-Chance
Hamburg - Krasniqi unterlag in Hamburg durch technischen K.o. in der fünften Runde. "Ich habe absolut nicht in den Kampf gefunden. Es war nicht mein Tag, ich weiß nicht, was los war", sagte Krasniqi. Einzig in der ersten Runde bot Krasniqi Gegenwehr. Danach war der Schützling von Trainer Torsten Schmitz gegen den zehn Kilo schwereren Amerikaner zu inaktiv, ließ sich ständig in die Defensive drängen, ohne Gegenwehr zu leisten. Thompson war der bessere Boxer und setzte klare Treffer.
Als der Deutsche nur noch hilfos durch den Ring getrieben wurde, brach Ringrichter Mark Nelson aus den USA das ungleiche Duell in der fünften Runde ab. "Ich habe ihm bereits in der Ringpause gesagt, er solle sich verteidigen. In der fünften Runde musste ich einfach abbrechen", sagte der Ringrichter nach dem Kampf.
Krasniqi dürfte nun keine weitere Gelegenheit zu einem Titelkampf mehr bekommen. "Ich muss abwarten und mich zurücklehnen. Dann entscheide ich, wie es weitergeht", so der 36-Jährige zu einem möglichen Karriereende.
Dagegen ist Thompson nun offizieller Pflichtherausforderer des WBO-Champions Sultan Ibragimow (Russland), der allerdings am 13. Oktober in Moskau einen Vereinigungskampf gegen WBA-Champion Ruslan Taschagajew (Usbekisten) bestreitet. "Ich habe gemerkt: Das ist meine letzte Chance. Die habe ich genutzt", sagte Thompson nach dem Sieg. Der 35-Jährige gewann zum 30. Mal und verließ in seiner Karriere nur einmal vor sieben Jahren als Verlierer den Ring.
Dimitrenko weiterhin ungeschlagen
Krasniqi verschlechterte seine Bilanz durch die Niederlage gegen den Fünftplatzierten im WBO-Ranking auf drei Niederlagen bei 30 Siegen. Der gebürtige Kosovo-Albaner hatte seine einzige WM-Chance am 28. September 2005 ebenfalls in Hamburg, als er nach Punkten in Führung liegend den WM-Fight gegen Titelverteidiger Lamon Brewster in der neunten Runde durch technischen K.o. verlor. Krasniqi wollte der erste deutsche Schwergewichts-Weltmeister seit Max Schmeling werden.
Im zweiten Hauptkampf des Hamburger Universum-Kampfabends eroberte Alexander Dimitrenko (Ukraine) den vakanten Interkontinental-Titel der WBO im Schwergewicht gegen den Amerikaner Malcolm Tann durch technischen K.o. in der fünften Runde. Der nunmehr in 25 Kämpfen ungeschlagene Schützling von Trainer Fritz Sdunek empfahl sich damit ebenfalls für einen WM-Kampf.
pav/sid/dpa