Boxen: Lennox Lewis vor dem Rücktritt - DER SPIEGEL
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Boxen Lennox Lewis vor dem Rücktritt

Witalij Klitschko muss den herbeigesehnten Rückkampf gegen Lennox Lewis abschreiben. Der Weltmeister im Schwergewicht wird nach einem Bericht der BBC seine Karriere beenden. Morgen wolle der Brite seinen Entschluss öffentlich verkünden.
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London - "Für uns ist es unverständlich, was Lewis im Moment macht. Wir waren immer in Gesprächen. Es liegt ihm ein Angebot mit einer Garantiesumme in Höhe von 20 Millionen Dollar plus einer Beteiligung an den Pay-per-View-Einnahmen vor", sagte Klaus-Peter Kohl, Boss Universum-Boxstalls, für den Klitschko kämpft, "und nun müssen wir sehen, dass er nur mit uns spielt. Wir müssen annehmen, dass er Angst vor Witalij hat."

Lewis hatte das erste Duell gegen Witalij Klitschko vorigen Juni in Los Angeles nur durch verletzungsbedingten Abbruch nach der sechsten Runde gewonnen und anschließend nicht wieder geboxt. Gestern hatte der Weltmeister nach Version des World Boxing Councils (WBC) den vom Pay-TV-Sender HBO geblockten Termin für das Rematch (24. April) verschieben lassen.

Nun wird Lewis nach Informationen des britischen Rundfunksenders BBC Radio Five Live nie mehr als Profi in den Boxring steigen. Der Schwergewichtler kündigte überraschend für morgen eine Pressekonferenz in London an. Dort will der 38-Jährige nach 44 Profikämpfen (41 Siege, 32 durch K.o.) das Ende seiner Karriere bekannt geben. WBC-Präsident Jose Sulaiman hatte Lewis zuletzt eine Frist bis zum 1. März gesetzt, sich zu entscheiden, ob er noch einmal gegen Witalij Klitschko kämpfen wolle. Nach übereinstimmenden Medienberichten aus England soll Mama Violett Lewis ihrem Sohn eindringlich geraten haben, mit dem Boxen aufzuhören.

Witalij Klitschko nun gegen Sanders?

Bereits am vergangenen Wochenende hatte Lewis-Trainer Emanuel Stuart erstmals über einen Rücktritt seines Schützlings spekuliert. "Wenn man zögert, eine Entscheidung zu treffen, ist dies nie gut. Sollte Lennox bereit sein, das Training wieder aufzunehmen, ist es prima. Wenn nicht, würde ich vorschlagen, dass er aufhört und sich auf seinen Lorbeeren ausruht", sagte Stuart.

Sollte Lewis aufhören, würde der WM-Titel für vakant erklärt werden. Witalij Klitschko müsste dann gegen den Zweitplatzierten der WBC-Weltrangliste, Corrie Sanders, um den begehrten Gürtel boxen. Der Südafrikaner, der noch für vier Kämpfe vertraglich an Universum gebunden ist, hatte Witalij Klitschkos jüngerem Bruder Wladimir den Schwergewichtstitel der Version WBO im vergangenen März durch K.o. abgenommen. Sanders legte den Titel jedoch rund sieben Monate später wieder nieder.