Boxen Marco Huck kämpft um den Titel
Bielefeld/Hamburg - Weihnachten fiel dieses Jahr flach. Vor dem Titelduell in der Bielefelder Seidenstickerhalle wurde Marco Huck von seinem Trainer Ulli Wegner in einem Berliner Hotel kaserniert. "Für mich zählt nur der WM-Titel", sagt der in 19 Kämpfen unbesiegte Huck. "Wenn ich den habe, kann ich noch genug feiern."
Sein Kontrahent Cunningham, 31, steigt für den Stall des mächtigen Box-Promoters Don King in den Ring. Er verteidigt seinen IBF-Titel gegen Huck zum ersten Mal. Erst im Mai hatte er ihn in Polen vom alten Weltmeister Krzysztof Wlodarczyk durch einen Sieg nach Punkten erobert.
"Ich kann es kaum erwarten, in den Ring zu steigen und den Deutschen zu beweisen, dass ich der beste Cruisergewichtler der Welt bin", sagt der bislang in 21 Kämpfen nur einmal bezwungene Modellathlet aus Philadelphia.
Doch auch Huck hat laut seines Trainers gute Chancen auf den Titel. Er habe Wlodarczyk bereits zweimal K.o. geschlagen, sagt Wegner und droht: "Marco wird Cunningham zerreißen."
Das Gefühl, Weltmeister zu sein, kennt Marco Huck bereits. 2003 holte er - damals noch unter seinem Geburtsnamen Muamer Hukic - für die deutsche Kickbox-Nationalmannschaft in Paris den Titel. Mit 18 Jahren wurde er jüngster Weltmeister im Vollkontakt.
Zehn Jahre zuvor war Huck zusammen mit seinen Eltern aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Bielefeld übergesiedelt. Nach 15 gewonnenen Amateurkämpfen für den BC Vorwärts Bielefeld wechselte er als Profi zum Berliner Sauerland-Stall. Mit einem Punktsieg im WM-Ausscheidungskampf über den Russen Wadim Tokarew im Mai in Bamberg stieg er zum offiziellen Herausforderer von Weltmeister Cunningham auf.
"Ich werde meine Familie, meine Freunde und meine Stadt nicht enttäuschen", kündigte Huck an. Auch Titelverteidiger Cunningham kämpft für seine Familie, vor allem für seine Tochter, die vor wenigen Monaten mit einem Herzfehler zur Welt kam. "Sie ist meine Motivation. Wenn sie kämpfen und gewinnen kann, obwohl sie so klein und so neu auf dieser Welt ist, dann kann ich es mit jedem Mann auf diesem Planeten aufnehmen und ihn besiegen."
ssu/dpa