Boxen: "Rocky" abgetaucht? - DER SPIEGEL
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Boxen "Rocky" abgetaucht?

Obwohl er demnächst für ein Jahr ins Gefängnis muss, ist Graciano Rocchigiani nicht auffindbar. Die Polizei fragt sich, ob sich der Boxer seiner Strafe entziehen will.
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Berlin - Der ehemalige Profibox-Weltmeister Graciano "Rocky" Rocchigiani, der nach einer Entscheidung der Berliner Senatsjustizverwaltung eine einjährige Haftstrafe im offenen Vollzug in der Haftanstalt Berlin-Heiligensee verbüßen muss, ist offenbar abgetaucht. "Wir klären momentan die Meldeverhältnisse von Herrn Rocchigiani", sagte Justizpressesprecher Martin Steltner der "Bild"-Zeitung. Es gibt Probleme, Rocchigiani die Ladung zum Haftantritt zuzustellen.

Zuletzt an Silvester gesehen


Rocchigiani hält sich derzeit weder in Offenburg in Schleswig-Holstein auf, wo er seit 2000 polizeilich mit Hauptwohnsitz gemeldet ist. Noch ist er laut Einwohnermeldeamt weiterhin offiziell in Berlin registriert. Letztmals sei er in Berlin gesehen worden, als er in der Hauptstadt den Jahreswechsel feierte. Die Ladung zum Haftantritt war fällig geworden, nachdem Anfang des Jahres eine Beschwerde Rocchigianis vom 15. Juli gegen die Umwandlung der Bewährungsstrafe in eine Haftstrafe vom Berliner Landgericht abgelehnt worden war.

"Rocky" war am 16. Dezember zum wiederholten Male straffällig geworden, als er im Alkoholrausch in einem fremden Auto aufgegriffen wurde. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, gefährlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruchs und Beamtenbeleidigung.

Wiederholt straffällig


Wegen Widerstands gegen die Polizei und Polizistenbeleidigung 1997 (acht Monate auf Bewährung) sowie Fahren ohne Führerschein und mit überhöhter Geschwindigkeit 1999 (vier Monate) war der 38-Jährige in den letzten Jahren wiederholt aufgefallen. Während seiner Bewährungszeit geriet er im August 2000 am Timmendorfer Strand in eine Schlägerei in einer Disco und war unter Alkoholeinfluss in einen Unfall verwickelt, was von der Staatsanwaltschaft Lübeck jedoch nur mit einer Geldstrafe von 25.000 Mark (12.780 Euro) geahndet worden war. Anschließend hatte das Amtsgericht Berlin-Tiergarten die Bewährungsstrafen des Boxers widerrufen.