Boxen: Tyson erneut gesperrt - DER SPIEGEL
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Boxen Tyson erneut gesperrt

Mike Tyson sorgt wieder einmal für Schlagzeilen außerhalb des Boxrings. Dem Ex-Weltmeister im Schwergewicht wurde bereits zum zweiten Mal die Lizenz entzogen.
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Detroit - Der frühere Schwergewichts-Champion hatte vor seinem letzten Kampf am 20. Oktober vergangenen Jahres in Detroit gegen Andrew Golota (Polen) die obligatorische Dopingkontrolle verweigert.

Dafür wurde Tyson jetzt für den US-Bundesstaat Michigan vom dortigen Athletic Board of Control mit einer dreimonatigen Sperre belegt. Der 34-Jährige, der bei der Verhandlung nicht anwesend war, muss außerdem eine Geldbuße von 5000 US-Dollar sowie 200.000 US-Dollar für soziale Einrichtungen zahlen.

Weitere US-Bundesstaaten wollen Sperre übernehmen

Weitere Bundesstaaten haben bereits signalisiert, dass sie sich der mit 6:1-Stimmen getroffenen Verurteilung anschließen wollen. "Wir erkennen jede Suspendierung eines anderen Bundesstaates an", erklärte Marc Ratner, Exekutiv-Direktor von Nevada, wo Tyson zum ersten Mal die Lizenz entzogen worden war. Nach seinem Ohrenbiss im WM-Kampf gegen Landsmann Evander Holyfield am 28. Juni 1997 in Las Vegas durfte "Iron Mike" bis zum 19. Oktober 1998 nicht boxen.

Dem Box-Millionär, der nach dem K.o.-Sieg in der zweiten Runde gegen Golota sein Karriereende verkündet hatte, dürfte der neuerliche Lizenzentzug weder finanziell noch sportlich besonders weh tun. Vor Juni 2001 plant Tyson, der bereits wegen Vergewaltigung und Körperverletzung mehrere Jahre im Gefängnis saß, keinen Kampf - dann ist die Sperre längst abgelaufen.

Verwirrende Regeln bei Dopingvergehen

Ohnehin sind die Bestimmungen bei Dopingvergehen höchst eigentümlich. Da Tyson den Check vor dem Kampf geschwänzt hatte, hätte der Fight eigentlich gar nicht stattfinden dürfen. Doch die Mitglieder des Sportgerichts, das jetzt die Sperre durchsetzte, hatten jedoch nicht die Befugnis, das Duell abzusagen. "Das ist unerklärlich und völlig verwirrend", meinte Board-Mitglied Glenn Hirsch und klagte resignierend: "Doch die Regeln sind nun einmal so."

Wie Tyson-Manager Shelly Finkel, der zum Dopingvergehen nichts sagen wollte, mitteilte, bereite sich Tyson auf einen Kampf gegen den britischen Doppel-Weltmeister Lennox Lewis vor. Der Titelträger der Weltverbände IBF und WBC muss seine Gürtel aber zuerst am 21. April gegen Hazim Rahman oder David Izon (beide USA) verteidigen. Rein prophylaktisch hatte Mike Tyson schon einmal angekündigt: "Ich werde Lennox Lewis das Herz rausreißen und seine Kinder fressen."