Boxer Briggs Klitschkos Gegner muss operiert werden
Profiboxer Briggs (l.): Heftige Nachwirkungen vom Kampf gegen Vitali Klitschko
Foto: Marcus Brandt/ dpaHamburg - Der WM-Kampf gegen Vitali Klitschko hat heftige Folgen für Shannon Briggs. Noch in der Nacht zum Sonntag wurde der US-Amerikaner mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht. Nach den ersten Untersuchungen ist klar: Der 38-Jährige muss sich in Hamburg wegen einer Bizepsverletzung im rechten Arm operieren lassen. Das bestätigte Briggs' Manager Greg Cohen nach seiner Rückkehr nach New York.
Briggs hatte bei seiner Punktniederlage am Wochenende im Schwergewichtskampf gegen WBC-Champion Vitali Klitschko einen Abriss eines Muskelstrangs und den Anriss einer Sehne im Bizeps erlitten. Möglicherweise erfordert diese Verletzung sogar weitere operative Eingriffe.
"Unglücklicherweise hat mich die Verletzung ab der ersten Runde daran gehindert, meinen Kampfplan vollständig umzusetzen", ließ Briggs am Montag aus dem Krankenhaus mitteilen. "Wer weiß, wie der Kampf sonst ausgegangen wäre."
Neben der schweren Armverletzung erlitt Briggs Brüche des Gesichtsknochens über dem rechten und unter dem linken Auge sowie einen Riss des Trommelfells. Die befürchtete Gehirnblutung konnte ausgeschlossen werden. "Die Computertomografie hat Gott sei Dank keine Auffälligkeiten gezeigt", sagte Cohen, "Shannon möchte so schnell wie möglich das Krankenhaus verlassen, aber das wird etwas länger dauern. Er ist am Boden zerstört, er hat wirklich gedacht, er könne gewinnen."
Klitschko vs. Briggs: Eisenfaust schlägt Eisenschädel
Der US-Amerikaner kassierte in dem einseitigen Kampf 171 Volltreffer von
Klitschko, hielt aber bis zum Ende der zwölf Runden durch, ohne zu Boden zu gehen. "Ich hätte den Kampf aufgegeben", sagte Cohen, "aber Shannon wollte unbedingt weiterboxen und hat das seiner Ecke gesagt. Ich wünschte, sie hätten nicht auf ihn gehört." Briggs erklärte am Montag, dass sein Trainer Herman Calcido den Kampf beenden wollte, für ihn sei Aufgabe jedoch "nie eine Option" gewesen.
Auch Ringrichter Ian-John Lewis aus Großbritannien wollte den Fight nicht stoppen. Es sei ein WM-Kampf gewesen, und Briggs hätte sich bis zum Schluss gewehrt. Tatsächlich hatte Klitschko sich noch in der elften Runde einen Schlag des Herausforderers eingefangen.
Der Ukrainer zeigte sich noch im Boxring sehr überrascht von Briggs' Nehmerqualitäten. "Ich hatte nicht erwartet, dass man solche Schläge einstecken kann", so der 39-Jährige. "Man hätte den Kampf auch ein bisschen früher abbrechen können wegen des gesundheitlichen Zustands", sagte Klitschko nach einem Besuch bei seinem Rivalen in der Klinik. Für seinen Trainer Fritz Sdunek war klar: "Wenn das mein Schützling gewesen wäre, hätte ich den Kampf beendet." Auch Ringarzt Stephan Bock sah dies ähnlich: "Ich hätte mir gewünscht, dass der Ringrichter nach der zehnten Runde abbricht."
Briggs' Manager versuchte, das Verhalten seines Boxers zu erklären. "Shannons Wille war ungebrochen", sagte Cohen, "er hat bis zuletzt gesagt, er sei okay und werde Klitschko erwischen." 750.000 Dollar "Schmerzensgeld" hat Briggs für den Auftritt in Hamburg erhalten. Wie teuer er aber mit seiner Gesundheit bezahlt hat, wird erst die Zukunft erweisen.