Braasch-Comeback Katze soll das deutsche Tennis retten
Hamburg - "Karsten Braasch ist zur Zeit der beste deutsche Doppelspieler, und ich ziehe ihn sicherlich mit in meine Überlegungen ein", sagte Kühnen dem "Tennis-Magazin". Braaschs erster Einsatz im Daviscup nach fast einem Jahrzehnt Pause könnte Anfang April im Spiel der Europa-Gruppe gegen Israel sein. Das deutsche Team war dieses Jahr aus der Weltgruppe abgestiegen.
"Das wäre utopisch schön, dafür würde ich mitten in der Nacht aufstehen und zu Fuß nach Alsdorf laufen", sagte Braasch, "wenn ich als gut genug empfunden werde, dann ist das für mich eine große Ehre und eine Verpflichtung, mich in den nächsten Wochen noch mehr reinzuhängen." Im Januar plant Braasch gemeinsam mit dem Armenier Sargis Sargsian Turnierstarts in Doha und Sydney sowie bei den Australian Open in Melbourne.
Eigenwilliger Aufschlag
"Die jungen Spieler haben nicht verstanden, was es heißt, Tennisprofi zu sein. Sie gehen auf den Platz trainieren, danach kommt der Schläger in die Tasche und das war's", fügte Kühnen hinzu. Rainer Schüttler oder dem seit einem Jahr pausierenden Thomas Haas wolle er gegen Israel einen Einsatz an drei aufeinander folgenden Tagen nicht zumuten, sagte Kühnen. Schüttler hatte im verlorenen Relegationsspiel gegen Weißrussland sowohl Einzel als auch Doppel gespielt.
Braasch gewann in seiner Laufbahn sechs Doppeltitel und war dieses Jahr beim ATP-Turnier in Bukarest erfolgreich. Der 36-Jährige hatte zuletzt 1994 im deutschen Daviscup-Team gespielt. Braaschs beste Platzierung im Einzel war der 38. Platz in der Weltrangliste. Der Linkshänder ist für seinen unorthodoxen Aufschlag bekannt, bei dem er wilde Verrenkungen vollführt. Für Aufsehen sorgte Braasch, als er 1998 in einem Showmatch gegen die Weltklassespielerinnen Serena und Venus Williams antrat - und beide deklassierte.