British Open Außenseiter Hamilton triumphiert über Els
Tiger Woods in Troon: Vergebliches Warten auf die neunte Major-Trophäe
Foto: AFPTroon -Todd Hamilton heißt der Sieger der 133. British Open im schottischen Troon. Der 38-Jährige holte sich den ersten Major-Sieg seiner 19-jährigen Laufbahn im Stechen gegen den haushohen Favoriten Ernie Els aus Südafrika. Hamilton benötigte für die vier Extra-Löcher 15 Schläge, Els nach einem Bogey am dritten Loch einen Schlag mehr. Zuvor hatte das Duo für die 72 Löcher jeweils 274 Schläge aufgewiesen. Hamilton sicherte sich nach Runden von 71, 67, 67 und 69 Schlägen die Siegprämie von 1,08 Millionen der insgesamt 5,7 Millionen Euro Preisgelder.
Einen Schlag mehr auf dem Konto als das Spitzenduo hatte auf Rang drei US-Masters-Champion Phil Mickelson aus den USA, der damit auch beim dritten Major des Jahres ein Top-3-Resultat erzielte. Bei der US Open im Juni (Sieger Retief Goosen/Südafrika) war er Zweiter geworden. Bester Europäer des erstmals im Jahre 1860 ausgetragenen Turniers war der Engländer Lee Westwood mit 278 Schlägen als Vierter. Gemeinsam mit dem Kanadier Mike Weir belegte Tiger Woods (USA) mit 281 Schlägen den geteilten neunten Platz.
Woods verteidigt Weltranglistenposition
Woods wartet damit seit zwei Jahren auf seinen insgesamt neunten Major-Triumph, verteidigte aber zumindest seine Spitzenposition der Weltrangliste vor Ernie Els erfolgreich. Els hätte gewinnen müssen, Woods nicht besser als auf Rang 16 landen dürfen - erst bei dieser Konstellation wäre es nach 257-wöchiger Regentschaft von Woods zu einem Wechsel auf dem Golf-Thron gekommen.
The Open: Triumph des Außenseiters
Bereits bis zum 18. Loch am Sonntag hatte es nach einem Sieg von Todd Hamilton ausgesehen, doch dessen Annäherungsschlag auf der letzten Bahn weit hinter dem Grün im Rough. Els platzierte anschließend seinen Ball in Fahnennähe und machte das Par, Hamilton dagegen büßte mit einem Bogey einen Schlag ein und musste ins Stechen. Dort behielt der US-Golfer aber die Nerven und nutzte die Schwäche von Els am dritten Loch gnadenlos aus.
Als Hamilton zum Zeichen des Sieges den "Claret Jug" (Silberner Rotweinkrug) als Trophäe hoch in den Himmel reckte, flossen die Tränen bei seiner Frau und dem Caddie. "Es war die größte Woche meines Lebens", sagte Hamilton, der erst bei seiner Dankesrede die Emotionen wieder im Griff hatte.
Stüver am Cut gescheitert
Um ein Haar hätte es den neuen British-Open-Sieger gar nicht gegeben. 1992 hatte Hamilton nach aufkommenden Zweifeln an der eigenen Fähigkeit ans Aufhören gedacht. Doch er besann sich, gewann im gleichen Jahr die Geldrangliste auf der Asien-Tour und blieb damit der Szene erhalten. Mit dem Erfolg von Troon ist er sogar nun auf immer in der Geschichte des Golfsports verewigt.
Sven Stüver, der einzige deutsche Teilnehmer im ursprünglich 156-köpfigen Feld, war am Freitag nach Runden von 74 und 73 Schlägen ebenso am Cut nach zwei Tagen gescheitert wie Titelverteidiger Ben Curtis (USA). "Ich habe einfach zu wenig Birdies gespielt", sagte Strüver. Der europäische Ryder-Cup-Kapitän Bernhard Langer, Alex Cejka, Marcel Siem und Tobias Dier waren in der Qualifikation gescheitert.