British Open Cejka mischt vorne mit
St. Annes - Alexander Cejka hat sich zum Auftakt British Open eine glänzenden Auftritt hingelegt. Drei Tage nach der überraschend gelungenen Qualifikation für das mit rund zehn Millionen Mark dotierte dritte Major-Tunier des Jahres katapultierte sich der 30-Jährige mit 69 Schlägen in Royal Lytham & St. Annes in die Spitzengruppe. Bernhard Langer lag mit 71 Schlägen auf dem Par 71-Kurs bei Blackpool gleichauf mit Titelverteidiger Tiger Woods (USA), während der Schotte Colin Montgomerie mit 65 Schlägen vor Brad Faxon (USA), Chris di Marco (USA) und Mikko Ilonen (Finnland), die jeweils 68 Schläge brauchten, souverän die alleinige Führung übernahm.
Cejka in bester Stimmung
"Wenn ich die Qualifikation nicht geschafft hätte, wäre es mental für meine Zukunft schwer geworden. Ich habe nur zwei schlechte Schläge gemacht, einfach gut gespielt und freue mich auf morgen", strahlte der gebürtige Tscheche über sein gutes Ergebnis. Mit vier Schlägen Rückstand auf Montgomerie liegt er über Nacht auf dem fünften Rang. Cejka scheint der Platz zu liegen, denn schon 1996 bei seiner ersten von bisher drei British-Open-Teilnahmen, konnte er sich auf demselben Kurs noch am damaligen Amateur Tiger Woods (Platz 22) vorbei sich auf Rang elf schieben. "Erinnerungen an damals sind noch da. Aber ich will noch eine gute Runde und sehen, wie weit es geht", so Cejka.
Auch Langer hat nach intensiver Behandlung seiner lädierten Rückenmuskulatur mit soliden 71 Schlägen die Herausforderung auf dem mit tiefen Topf-Bunkern gespickten Kurs gut überstanden. Schlaggleich mit dem Topfavoriten Woods lag der Anhausener auf dem 34. Rang mit sechs Schlägen hinter Montgomerie noch nicht völlig abgeschlagen zurück. "Ich bin froh, dass es viel besser geht, als ich dachte. Das Schlimmste ist wohl überstanden", zeigte sich Langer nach der tagelangen Tortur bei Physiotherapeuten und Chiropraktikern erfreut.
"Nur zweimal den Driver benutzt"
"Für die Bedingungen war das ganz ordentlich, obwohl ich den Platz eigentlich nicht mag. Ich habe nur zweimal den Driver rausgeholt und einmal sogar mit einem Eisen fünf abgeschlagen, aber nach 24 Jahren weiß man, wie man auf diesen Links-Plätzen spielen muss", erläuterte Langer. Insgesamt jeweils vier Bogeys und Birdies sorgten für ein zufrieden stellendes Ergebnis.
Langer startete mit einem Bogey auf dem 210 Yards langen Auftaktloch (Par 3), konterte jedoch sofort mit einem Birdie an der zweiten Spielbahn. Im Verlaufe der nächsten neun Löcher - der vermeintlich leichteren Hälfte des Kurses - patzte Langer aber noch dreimal. Erstaunlich war die Leistung des Anhauseners aber auf dem Weg zurück Richtung Clubhaus. Auf den Bahnen 13 und 14 gelangen Langer zwei Birdies in Folge, und mit einem Mal war der zweimalige Masters-Champion wieder in Tuchfühlung zur Spitze.
Sam Torrance hofft auf Langer
Einen weiteren Schub für sein Selbstbewusstsein erhielt Langer durch eine Aussage von Ryder-Cup-Kapitän Sam Torrance vor dem Beginn des Turniers. "Am liebsten hätte ich Sergio Garcia, Bernhard Langer, Jesper Parnevik und José Maria Olazabal in einem Stechen um den British-Open-Titel", sagte Torrance.
Derzeit rangiert die deutsche Nummer eins in der Ryder-Cup-Rangliste nur auf dem 20. Platz, da er wie die drei anderen Kandidaten größtenteils in den USA gespielt hat. Nur die ersten zehn Spieler qualifizieren sich automatisch für den Kontinentalwettkampf gegen die USA (28. bis 30. September) im englischen The Belfry. Zudem vergibt Torrance zwei Wildcards, von denen eine für Garcia reserviert ist. "Sergio ist auf jeden Fall dabei. Ich hoffe, er qualifiziert sich automatisch, um mir das Leben zu vereinfachen", erkärte Torrance.
Maggert gelingt ein "Albatros"
Gary Birch, der noch vor ein paar Wochen für den Golfclub Berlin-Wannsee spielende Engländer, der ebenfalls über die Qualifikations-Turniere den Sprung in das 156 Mann starke Spielerfeld geschafft hatte, musste bei seiner 75er-Runde Lehrgeld bezahlen. Zwar spielte der 21-Jährige zum Teil sehr ansprechendes Golf, doch eine Neun am siebten Loch (Par 5) zerstörten frühzeitig die Hoffnung des Engländers. Eine Sensation gelang indes dem Amerikaner Jeff Maggart. Dem Ryder-Cup-Spieler gelang am sechsten Loch (Par 5) ein selten gesehener "Albatros" (drei unter Par). Nach seinem Drive nahm Maggert aus 180 Metern ein Eisen sechs und beförderte den Ball mit dem zweiten Schlag direkt ins Loch.