British Open Langer startet mit Par-Runde
St. Annes - Guter Start für das deutsche Golfer-Duo bei den British Open: Auf dem Par-71-Kurs im englischen Royal Lytham and St. Annes hat Bernhard Langer eine Par-Runde hingelegt. Der 43-Jährige, der bis kurz vor dem Abschlag damit rechnen musste, wegen Rückenproblemen überhaupt nicht antreten zu können, liegt damit derzeit auf einer Position um den 30. Rang. Noch besser war der Auftritt von Alexander Cejka, der erst am Montag die Qualifikation zur British Open geschafft hatte. Dem Münchner, der in Prag lebt, gelang eine tolle 69er-Runde, was zunächst den vierten Platz bedeutet. Die erste Spieltag läuft derzeit noch.
Langer brauchte damit genauso viele Schläge wie der große Favoriten des dritten Major-Turnier des Jahres, Tiger Woods, dessen 71 sicher nicht die Erwartungen erfüllte. Die Führung übernahm vorläufig Colin Montgomerie, der eine Scorekarte mit 66 Schlägen im Clubhaus abgab. Der Schotte könnte mit seiner gelungenen Auftaktrunde den Grundstein für seinen ersten Major-Titel gelegt haben.
Nur zwei Abschläge mit dem Driver
Langer hatte zuletzt über Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule geklagt, die ihn am Freitag zur Aufgabe bei der Scottish Open gezwungen hatten. Doch nach der ersten Runde in Royal Lytham herrschte Zufriedenheit: "Für die Bedingungen war das ganz ordentlich, obwohl ich den Platz eigentlich nicht mag. Ich habe nur zweimal den Driver rausgeholt und einmal sogar mit einem Eisen fünf abgeschlagen, aber nach 24 Jahren weiß man, wie man auf diesen Links-Plätzen spielen muss", erläuterte Langer. Insgesamt jeweils vier Bogeys und Birdies
sorgten für ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Langer startete mit einem Bogey auf dem 210 Yards langen Auftaktloch (Par 3), konterte jedoch sofort mit einem Birdie an der zweiten Spielbahn. Im Verlaufe der nächsten neun Löcher - der vermeintlich leichteren Hälfte des Kurses - patzte Langer aber noch dreimal. Erstaunlich war die Leistung des Anhauseners aber auf dem Weg zurück Richtung Clubhaus. Auf den Bahnen 13 und 14 gelangen Langer zwei Birdies in Folge, und mit einem Mal war der zweimalige Masters-Champion wieder in Tuchfühlung zur Spitze.
Seine Qualitäten auf dem mit 197 Topfbunkern gespickten Dünengelände demonstrierte auch Cejka. Nachdem er bei der Qualifikation mit einer 65er-Runde (gleichzeitig Platzrekord) geglänzt hattte, bestätigte der 30-Jährige
zu Turnierbeginn seinen Aufwärtstrend nachhaltig. Vier Birdies und zwei Bogeys standen auf seiner Scorekarte. "Ich habe an meinem Schwung gefeilt, und es läuft immer besser", hatte Cejka bereits vor der Runde gemutmaßt.
Sam Torrance hofft auf Langer
Einen weiteren Schub für sein Selbstbewusstsein erhielt Langer durch eine Aussage von Ryder-Cup-Kapitän Sam Torrance vor dem Beginn des Turniers. "Am liebsten hätte ich Sergio Garcia, Bernhard Langer, Jesper Parnevik und Jose Maria Olazabal in einem Stechen um den British-Open-Titel", sagte Torrance.
Derzeit rangiert die deutsche Nummer eins in der Ryder-Cup-Rangliste nur auf dem 20. Platz, da er wie die drei anderen Kandidaten größtenteils in den USA gespielt hat. Nur die ersten zehn Spieler qualifizieren sich automatisch für den Kontinentalwettkampf gegen die USA (28. bis 30. September) im englischen The Belfry. Zudem vergibt Torrance zwei Wildcards, von denen eine für Garcia reserviert ist. "Sergio ist auf jeden Fall dabei. Ich hoffe, er qualifiziert sich automatisch, um mir das Leben zu vereinfachen", erkärte Torrance.
Grippe bei Thomas Björn
Eher schwer tat sich am ersten Tag der British Open hingegen der als Mitfavorit gehandelte Däne Thomas Björn. Der Weltranglistenzehnte, der im Vorjahr bei den Millenium-Open in St. Andrews noch Zweiter hinter Tiger Woods geworden war, musste eine 76er Runde hinnehmen und benötigte dabei für das siebte Loch acht Schläge. Möglicherweise schwächte den Dänen eine am Tag zuvor eingehandelte Grippe zu sehr.