British Open Sensation durch Langer und Cejka
St. Annes - So etwa hat es in der 130 Jahre langen Geschichte der British Open noch nie gegeben. Vor der Abschlussrunde liegen zwei deutsche Golfprofis auf dem geteilten ersten Platz. Zusammen mit Bernhard Langer und Alexander Cejka bilden der Amerikaner David Duval und der Walliser Ian Woosnam nach drei gespielten Runden und jeweils 207 Schlägen das Spitzenquartett. Mit einem Schlag Rückstand folgen neun Spieler - unter ihnen der Schwede Jesper Parnevik, der Schotte Colin Montgomery und der Nordire Darren Clarke - auf dem fünften Platz. Titelverteidiger Tiger Woods aus den USA ist mit 212 Schlägen lediglich 28. des Klassements.
Auf dem anspruchsvollen Par-71-Kurs von Royal Lytham & St. Annes wusste Langer sich in der dritten Runde mit 67 Schlägen (71+69+67) auf sechs unter Par zu verbessern. "Es könnte nicht viel besser laufen. Man muss auf diesem Platz einfach Erfahrung haben", erklärte Langer, der sein selbsterklärtes Lieblingsturnier in den achtziger Jahren schon zweimal als Zweiter beenden, es aber noch nie hat gewinnen können.
Wenn die Bogeys nicht gewesen wären ...
Besser noch als für Deutschlands besten Golfprofi lief es für Alexander Cejka - zumindest zeitweise. Nach einer Serie von sechs Birdies auf sieben Löchern lag der Wahlmünchener vorübergehend sogar bei -9 und damit mit zwei Schlägen Vorsprung an der Spitze des Klassefeldes. Auf den letzten Löchern aber leistete sich der 30-jährige dann drei Bogeys in Folge. "Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden", sagte Cejka, "nur der Schluss war etwas deprimierend." Am Ende gab er dann zum dritten Mal eine Scorekarte mit 69 Schlägen im Clubhaus und damit die Bestätigung ab, von den vier Führenden der Konstanteste in diesen Tagen zu sein.
Bei untypischen äußeren Bedingungen ohne Wind spielten sich einige der Mitfavoriten wieder in eine aussichtsreiche Position. Der Spanier Sergio Garcia liegt bei vier unter Par, und auch der Südafrikaner Ernie Els hat nur zwei Schläge Rückstand auf das Führungsquartett. Die größte Enttäuschung des Tages lieferte hingegen Superstar Tiger Woods aus den USA: Der Weltranglistenerste (71+68+73) schlug seine Bälle mehrfach ins tiefe Rough und ist weit von einer erfolgreichen Titelverteidigung entfernt.