British Open: "The Big Easy" behält die Nerven - DER SPIEGEL
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British Open "The Big Easy" behält die Nerven

Ernie Els hat die 131. British Open der Golfprofis gewonnen. Im Stechen setzte sich der Südafrikaner gegen drei Konkurrenten durch und sicherte sich den dritten Majortitel seiner Karriere. Der große Favorit Tiger Woods erlebte hingegen eine der schwersten Stunden seiner Karriere.
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Muirfield - Der Südafrikaner Ernie Els ist aus dem Schatten von Tiger Woods getreten und hat im "sudden death" nach vier Extralöchern zum ersten Mal die British Open gewonnen. Vor 50.000 Zuschauern auf dem Par 71-Kurs im schottischen Muirfield besiegte der zweimalige US-Open-Sieger am Sonntag den krassen Außenseiter Thomas Levet (Frankreich) mit einem Putt zum Par am 18. Grün. Zuvor waren Stuart Appleby (Australien) und Steve Elkington (USA) nach vier Extra-Löchern ausgeschieden, nachdem das Quartett nach vier Runden mit jeweils 278 Schlägen gleichauf gelegen hatte.

Vor zwei Jahren war der 32-jährige Els in St. Andrews noch Zweiter hinter Woods geworden, der mit Bernhard Langer nach jeweils 284 Schlägen den 28. Rang teilte. Am Sonntag erfüllte sich Els nach fünfjähriger Frustration als "Ewiger Zweiter" den Traum vom dritten Major-Titel seiner glänzenden Karriere. Für den Weltranglisten-Ersten Woods war dagegen bei der schwersten Niederlage seiner Profilaufbahn auch der Traum vom Grand Slam bereits am Samstag nach der schlechtesten Runde (81) seiner Profikarriere geplatzt.

Nach dem dramatischen Finale und den Nerven aufreibenden Extralöchern warf Els seine Mütze vor Freude in die Luft und ließ sich von Levet auf die Schulter heben. Dann stieß er nach 276 Schlägen (70+66+72+69) triumphierend den "Claret Jug" (ein silberner Rotweinkrug) in den strahlend blauen Himmel an der schottischen Nordseeküste. "The Big Easy", wie Els wegen seines relaxten Schwungs auch genannt wird, kassierte 1,095 Millionen Euro für seinen dritten Majortitel.

Woods als tragischer Held


Der tragische Held der dramatischen Tage von Muirfield war aber Tiger Woods, dessen Traum vom ersten Grand-Slam der Golf-Geschichte vom Sturm über Ost-Schottland verweht wurde. Der Superstar erlebte beim ältesten der vier Major-Turniere am Samstag mit einer 81er-Runde einen Einbruch und musste nach den schlechtesten 18 Löchern seiner Profikarriere alle Hoffnungen auf den dritten Major-Sieg des Jahres begraben. Auf der Schlussrunde am Sonntag gelang dem 26-Jährigen US-Amerikaner, der frustriert vom 9. auf den 67. Platz hoffnungslos zurückgefallen war, auf dem schweren Par-71-Kurs mit einer glänzenden 65 zumindest die umjubelte Rehabilitierung.

Wie Woods glückte auch Bernhard Langer zumindest noch ein Teilerfolg. Der zuletzt formschwache Anhausener hatte mit zwei 72er-Runden zunächst so eben noch den Cut von 144 Schlägen geschafft, verbesserte sich mit einer 71 und einer abschließenden 69 noch deutlich und lag am Ende mit 284 Schlägen gleichauf mit Woods auf Rang 29. "Ich habe einfach nicht konstant genug gespielt. Ich hatte Phasen, da war mein Spiel ausgezeichnet, aber dann lief wieder einmal nichts", sagte der Vorjahresdritte, der damit auch nach seinen 25. British Open weiter auf den ersten Sieg wartet.

"Es war ein brutaler Tag"


Das Drama spielte sich am Samstag um Tiger Woods ab. Der diesjährige Gewinner des US Masters und der US Open schien nach zwei Runden (70+68) auf dem richtigen Weg zum dritten Erfolg, doch immer stärker werdende Winde und zusätzlich starker Regen nahmen ihm alle Chancen. "Es war ein brutaler Tag, den ich am liebsten vergessen würde", sagte Woods. Doch dies wird ihm vermutlich nicht gelingen.

Mit zwei Doppel-Bogeys und sieben Bogeys bei nur einem Birdie am 17. Loch rückte die Spitze für den Weltranglistenersten immer aussichtsloser in die Ferne. "Ich habe alles versucht, aber ich hatte viele schlechte Schläge. Es war nicht mein Tag. Unter so schlechten Bedingungen habe ich wohl noch nie gespielt", resümierte der Weltranglistenerste, der anschließend fassungslos wirkte.

Dies war ihm bislang als Profi noch nie passiert. Gerade seine mentale Stärke zeichnete den Branchenführer stets aus, machte ihn für die Konkurrenz so schwer zu schlagen. Zuvor hatte Tiger Woods sieben der letzten elf Majors für sich entschieden. Der Grand-Slam schien also nur noch eine Frage der Zeit.

Nach seiner abschließenden 65 mit fünf Birdies und einem Eagle war die Welt für Woods zumindest teilweise wieder in Ordnung. "Jeder muss mit diesen Bedingungen zurechtkommen. So ist das nun einmal bei der British Open. Es war heute wichtig für mich, so wie an den ersten beiden Tagen zu spielen. Ich wollte am Ende mindestens Par spielen und ich bin froh, dass ich es geschafft habe", sagte Woods.

Für Alexander Cejka, den zweiten deutschen Teilnehmer, war die British Open bereits nach dem zweiten Tag beendet. Nach zwei 73er-Runden war der 31-Jährige um zwei Schläge am Cut gescheitert.