British Open: Tiger Woods - Der Golfer vom anderen Stern - DER SPIEGEL
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British Open Tiger Woods - Der Golfer vom anderen Stern

Mit einer beeindruckenden Demonstration seines Könnens hat der amerikanische Ausnahmegolfer die British Open gewonnen und als jüngster Spieler der Geschichte den Grand Slam gewonnen. Mit acht Schlägen Rückstand folgten die schärfsten Konkurrenten, die Tiger Woods im gesamten Turnier nie gefährden konnten
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St. Andrews - Mit Golf von einem anderen Stern hat sich der US-Amerikaner Tiger Woods bei der 129. British Open im schottischen St. Andrews in die Geschichtsbücher gespielt. Der 24 Jahre alte Weltranglistenerste gewann an traditionsreicher Stätte auf dem legendären "Old Course" zum ersten Mal in seiner Karriere den ältesten Major-Titel der Welt und komplettierte damit als jüngster Spieler aller Zeiten den Grand Slam im Golfsport. Im Schatten des "Tigers" zeigte Bernhard Langer beim 23. Start in seinem Lieblingsturnier auch am Schlusstag eine gute Leistung und landete auf dem elften Rang.

"An diesem historischen Ort den Grand Slam zu komplettieren, ist für mich die Erfüllung eines Traumes", sagte Woods nach seiner viertägigen Galavorstellung auf dem Dünengelände am Rande der Universitätsstadt, das schon im 16. Jahrhundert bespielt wurde. Mit 269 Schlägen (67+66+67+69) stellte Woods einen Rekord für den niedrigsten Score bei einer British Open auf und distanzierte seine Verfolger um acht Schläge. Für seinen Erfolg kassierte Woods ein Preisgeld von umgerechnet 1,5 Millionen Mark. Bereits vor einem Monat bei den US Open hatte er mit 15 Schlägen Vorsprung in Pebble Beach gewonnen. Woods reiht sich damit in die kurze Ehrenliste seiner Landsleute Gene Sarazen, Ben Hogan, Jack Nicklaus und dem Südafrikaner Gary Player ein, die ebenfalls alle vier Major-Turniere gewannen.

"Er spielt in einer eigenen Welt. Alle Aspekte seines Spiels sind vollkommen", sagte Langer über den Superstar der Szene. Der 42-jährige Anhausener spielte mit Ausnahme der ersten Runde am Donnerstag ein glänzendes Turnier und meldete sich mit einem Ergebnis von 281 (74+70+66+71) eindrucksvoll in der Weltspitze zurück. "Ich habe noch einige Siege in mir. Auch wenn es Jahr für Jahr schwerer wird", kommentierte ein zufriedener Langer. Mit drei Birdies auf den Löchern drei bis sechs legte er den Grundstein für die gute Runde. Ein Doppelbogey am 14. Loch verhinderte ein Top-Ten Resultat. Schärfster Verfolger von Woods war nur vorübergehend sein Landsmann David Duval. Mit sechs Schlägen Rückstand gestartet, kam der Weltranglistenzweite zwischenzeitlich auf drei Schläge heran. An der 17. Spielbahn war endgültig Schluss, als er acht Schläge auf dem gefürchteten Par-4-Loch benötigte. Duval spielte auf Angriff und landete im gefürchteten Grünbunker, woraus er vier Schläge benötigte, um aufs Grün zukommen. Auf den zweiten neun Löchern fiel auch der zweitplatzierte Südafrikaner Ernie Els (66+72+70+69) zurück, der bereits bei der US Masters und der US Open jeweils Zweiter geworden war. "Ich spiele im Moment einfach immer die zweite Geige", meinte der frustrierte Els. Sehr zufrieden war indes der Däne Thomas Björn (69+69+68+71), der sich mit Els den zweiten Rang teilte und der ein bestes Ergebnis bei einem Major Turnier erzielte.

Trotz der relativ frühen Vorentscheidung elektrisierten die Auftritte der besten Golfer der Welt erneut die Zuschauer an der schottischen Ostküste. Insgesamt pilgerten weit über 200.000 Zuschauer in das "Mekka" des Golfsports, wo im Jahr 2005 erneut die British Open ausgetragen wird. Der Münchener Alexander Cejka war nach Runden von 78 und 70 Schlägen ebenso am Cut gescheitert wie Titelverteidiger Paul Lawrie (78+75) aus Schottland.