British Open Tigers Traum vom Sturm verweht
Muirfield - Woods' Traum vom ersten Grand Slam der Golf-Geschichte wurde vom Sturm über Ost-Schottland verweht. Der Superstar erlebte bei der 131. British Open in Muirfield am Samstag mit einer 81er-Runde ein Desaster und musste nach den schlechtesten 18 Löchern seiner Profikarriere alle Hoffnungen auf den dritten Major-Sieg des Jahres begraben.
Auf der Schlussrunde am Sonntag gelang dem 26-Jährigen US-Amerikaner, der vom 9. auf den 67. Platz hoffnungslos zurückgefallen war, auf dem schweren Par-71-Kurs mit einer glänzenden 65 die umjubelte Rehabilitierung. In Führung lag vor Beendigung der Konkurrenz am Nachmittag der Engländer Gary Evans mit zwei Schlägen Vorsprung vor einem Verfolgertrio.
Wie Woods glückte auch Bernhard Langer zumindest noch ein Teilerfolg. Der zuletzt formschwache Anhausener hatte mit zwei 72er-Runden zunächst soeben noch den Cut von 144 Schlägen geschafft, verbesserte sich mit einer 71 und einer abschließenden 69 noch deutlich und lag am Ende mit 284 Schlägen gleichauf mit dem Woods. "Ich habe einfach nicht konstant genug gespielt. Ich hatte Phasen, da war mein Spiel ausgezeichnet, aber dann lief wieder einmal nichts", sagte der Vorjahresdritte, der damit auch nach seiner 25. British Open weiter auf den ersten Sieg wartet.
Ein Drama spielte sich um Tiger Woods ab. Der diesjährige Gewinner des US Masters und der US Open schien nach zwei Runden (70+68) auf dem richtigen Weg zum dritten Erfolg, doch immer stärker werdende Winde und zusätzlich starker Regen nahmen ihm alle Chancen. "Es war ein brutaler Tag, den ich am liebsten vergessen würde", sagte Woods. Doch dies wird ihm vermutlich nicht gelingen.
Mit zwei Doppel-Bogeys und sieben Bogeys bei nur einem Birdie am 17. Loch rückte die Spitze für den Weltranglistenersten immer aussichtsloser in die Ferne. "Ich habe alles versucht, aber ich hatte viele schlechte Schläge. Es war nicht mein Tag. Unter so schlechten Bedingungen habe ich wohl noch nie gespielt", resümierte Woods, der fassungslos und teilweise orientierungslos wirkte.
Dies war ihm bislang als Profi noch nie passiert. Gerade seine mentale Stärke zeichnete den Branchenführer stets aus, machte ihn für die Konkurrenz so schwer zu schlagen. Zuvor hatte Tiger Woods sieben der letzten elf Majors für sich entschieden.