Deutscher Bundestag sagt Doping den Kampf an: neues Gesetz beschlossen - DER SPIEGEL
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Betrug im Sport Bundestag beschließt Anti-Doping-Gesetz

Die Bundesregierung sagt Dopern den Kampf an. Mit den Stimmen der Großen Koalition hat das neue Anti-Doping-Gesetz die vorletzte Hürde genommen. Überführten Dopingsündern drohen Geld- oder Haftstrafen.
Spritze mit Dopingmittel: "Kampfansage an Täuscher, Trickser und Betrüger"
Spritze mit Dopingmittel: "Kampfansage an Täuscher, Trickser und Betrüger"

Spritze mit Dopingmittel: "Kampfansage an Täuscher, Trickser und Betrüger"

Foto: A3446 Patrick Seeger/ dpa
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Nach kontroversen Debatten in Sport und Politik hat der Bundestag das Anti-Doping-Gesetz beschlossen. Dem gemeinsam von den Ministerien des Inneren, der Justiz und der Gesundheit erarbeiteten Gesetz muss der Bundesrat noch zustimmen, dies gilt jedoch als Formsache. Daher soll es noch zum Beginn des Olympia-Jahres 2016 in Kraft treten.

Das Gesetz, das am Freitag mit den Stimmen von Union und SPD verabschiedet wurde, sieht unter anderem ein Verbot des Selbstdopings und des Besitzes entsprechender Substanzen vor. Justizminister Heiko Maas sagte, die Regelung sei eine "Kampfansage an Täuscher, Trickser und Betrüger". Sie werde den Sport "sauberer, sicherer und ehrlicher" machen.

Wegen Betrugs strafbar macht sich ein Sportler, bei dem Dopingmittel entdeckt werden; aber nur, wenn er sich damit Vorteile verschaffen will, sagte Maas. Mit dieser Einschränkung wurde den Einwänden zahlreicher Spitzensportler Rechnung getragen, die fürchten, ihnen könnten verbotene Substanzen untergeschoben werden.

Hintermänner müssen mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen

Vorgesehen sind im Gesetz auch Geld- bis hin zu Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren für überführte Dopingsünder. Hintermänner müssen in besonders schweren Fällen sogar mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat weiter Vorbehalte gegen das Gesetz. Die Grünen stimmten gegen das Gesetz, die Linke enthielt sich.

"Das ist ein sportpolitisch historischer Tag. Der Kampf gegen Doping wird zu einem Fall für den Staatsanwalt. Gerade mit Blick auf die aktuelle Lage in Russland scheint das Problem nicht kleiner, sondern größer zu werden", sagte Maas. Bundesinnenminister Thomas de Maizière sagte: "Wir erhoffen uns von dem neuen Gesetz eine erhebliche Wirkung. Es soll abschrecken und gleichzeitig bei der Aufdeckung von kriminellen Dopingstrukturen helfen."

ham/sid/dpa

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