Chile - Argentinien: Randale in Santiago - DER SPIEGEL
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Chile - Argentinien Randale in Santiago

Während Pete Sampras in Tschechien mächtig in Straucheln geriet, ging es in der Auseinandersetzung zwischen Chile und Argentinien hoch her. Der Schiedsrichter brach ein Einzel ab, was zu einem Aufstand auf den Tribünen führte.
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Santiago de Chile - Ein erschreckend schwacher Pete Sampras hat das US-Team durch seine unerwartete 6:7 (1:7), 3:6, 2:6-Niederlage gegen den Tschechen Jiri Novak im Daviscup-Viertelfinale in Los Angeles schon zu Beginn schwer unter Druck gesetzt. Zwar glich Andre Agassi durch das 6:3, 6:3, 6:3 gegen Slava Dosedel zum 1:1 aus, doch ist die Partie damit völlig offen.

"Wir haben allerbeste Chancen, das Halbfinale zu erreichen", meinte Tschechiens Kapitän Jan Kukal, während sein Amtskollege John McEnroe noch immer nicht glauben wollte, was er gesehen hatte: "So schlecht hat Pete noch nie in seinem Leben gespielt." Zuletzt hatte Sampras im Finale 1991 beim 4:6, 4:7, 4:6 gegen den Franzosen Henri Leconte ein Daviscup-Match derart deutlich verloren. "Ich wusste zum ersten Mal in meiner Karriere nicht, was ich auf dem Platz machen sollte", gab Sampras zu. Ärger gab es zudem, als die gastgebenden Amerikaner die falsche Hymne der Tschechen spielten. Vor dem ersten Einzel zwischen Pete Sampras und Jiri Novak im Great Western Forum in Los Angeles hatten die Veranstalter versehentlich die alte tschechoslowakische Nationalhymne gespielt. Tschechien und die Slowakei sind seit 1993 getrennt. "Das ist eine Katastrophe, natürlich sind wir sauer", sagte Novak. "Wenn das US-Team das nächste Mal nach Tschechien kommt, spielen wir für sie die mexikanische Hymne." Tschechiens Mannschaftskapitän Jan Kukal sprach von einer Enttäuschung. "Diese Respektlosigkeit tut weh", wurde Kukal von der tschechischen Nachrichtenagentur CTK zitiert.

1:1 steht es auch in Rio de Janeiro zwischen Gastgeber Brasilien und der Slowakei. Dominik Hrbaty brachte die Gäste durch ein 6:1, 7:5, 6:2 gegen Fernando Meligeni in Führung, die Gustavo Kuerten durch das 2:6, 6:3, 4:6, 7:5, 6:1 gegen Karol Kucera zum 1:1 für Brasilien ausglich. Der Sieger von Rio muss im Halbfinale vom 14. bis 16. Juli in Brisbane gegen Titelverteidiger und Deutschland-Bezwinger Australien antreten.

In Malaga führt Spanien gegen eine enttäuschende russische Mannschaft mit 2:0. Alex Corretja besiegte Marat Safin mit 6:4, 6:3, 5:7, 6:1, Juan Carlos Ferrero erhöhte mit einem 6:2, 6:2, 6:2 gegen den völlig indisponierten Jewgeny Kafelnikow auf 2:0.

Einen Spielabbruch gab es in Santiago in der Begegnung der Amerika-Kontinentalzone zwischen Gastgeber Chile und Argentinien. Oberschiedsrichter Tony Hernandez stoppte die Partie zwischen Nicolas Massu und Mariano Zabaleta bei einer 3:1-Führung des Argentiniers im vierten Satz und wertete sie zugunsten der Gäste. Nach zwei Strafpunkten gegen Massu wegen ungebührlichen Verhaltens der Zuschauer waren von den Rängen Platikstühle, Flaschen, Früchte und Münzen auf das Spielfeld geworfen worden. Mit Polizeischutz mussten die Spieler sowie Schieds- und Linienrichter in die Umkleidekabine geführt werden. Die chilenischen Polizisten bildeten mit Schutzschilden ein Abwehrbollwerk gegen die 14.000 wütenden Zuschauer, die sich auch von ihrem Verbandspräsidenten Jose Ramon de Camino nicht beruhigen ließen.

Am Samstag schickte Argentiniens Verbandschef Enrique Morea seine Delegation vorzeitig nach Hause. Morea wird beim Weltverband ITF einen offiziellen Protest einreichen, dem aller Voraussicht nach auch stattgegeben wird. Nach dem 6:4, 6:3, 4:6, 6:1-Auftaktsieg von Marcelo Rios gegen Hernan Gumy und dem zugunsten von Zabaleta gewerteten Skandalmatch stand es am Freitagabend 1:1.