Cricket Indien bejubelt Weltmeister-Titel
Indische Cricket-Nationalspieler: Erster WM-Erfolg seit fast 28 Jahren
Foto: Gurinder Osan/ APHamburg - Indiens Cricket-Nationalteam hat nach fast 28 Jahren wieder den Weltmeistertitel gewonnen und das Land mit dem Finalsieg über Sri Lanka in einen kollektiven Freudentaumel gestürzt. Nach Spielschluss strömten in der Hauptstadt Neu-Delhi und in zahlreichen anderen Orten des Landes Hunderttausende Menschen auf die Straßen und feierten den Triumph mit Feuerwerken und Hupkonzerten.
"In einem Land mit 1,2 Milliarden Einwohnern, in dem Cricket Religion ist, gibt es nichts Größeres als diesen Titel", sagte ein Student im indischen Endspielort Mumbai, wo die Gastgeber den ersten WM-Pokal seit 1983 holten. "Viele von uns waren damals noch nicht geboren, deshalb ist dieser Sieg vor allem für die jungen Leute etwas ganz Besonderes", sagte ein Mann nach dem Finale im Wankhede-Stadium.
Die indischen Spieler wurden am Sonntag von Staatspräsidentin Pratibha Patil empfangen. Zuvor hatte Premierminister Manmohan Singh erklärt, das Team um Kapitän Mahendra Singh Dhoni habe das Land stolz gemacht.
Menschen in Sri Lanka feiern trotz Final-Niederlage
Auch im Nachbarland Sri Lanka wurde trotz der zweiten Finalniederlage in Folge (2007 verlor die Mannschaft gegen Australien) gefeiert. Tausende Menschen jubelten am Straßenrand, als das Team in einem dreistündigen Autokorso vom Flughafen in die Hauptstadt Colombo fuhr. "Wir müssen uns bei der Nation entschuldigen, dass wir den Titel nicht gewonnen haben", sagte Mannschaftskapitän Kumara Sangakkara bei einem Empfang im Stadtzentrum.
Sri Lanka hatte sich in der ersten Hälfte eine exzellente Ausgangsposition verschafft, konnte im zweiten Abschnitt aber seine übliche Stärke beim Werfen nicht gegen die gut aufgelegten indischen Schlagmänner ausspielen.
Die Cricket-WM ist eines der größten Sportereignisse der Welt und findet seit 1975 (mit einer Ausnahme) alle vier Jahre statt. In diesem Jahr wurde das Turnier, das am 19. Februar begonnen hatte, gemeinsam von Indien, Bangladesch und Sri Lanka ausgerichtet. Indien hatte auf dem Weg ins Finale den viermaligen Weltmeister und Titelverteidiger Australien ausgeschaltet.