Dakar-Bilanz Panne bei VW, keine Power bei BMW
Hamburg/Dakar - Die Zahlen scheinen eindeutig: In der Gesamtwertung der Rallye Dakar belegte der Spanier Carlos Sainz im Race Touareg von Volkswagen nur Platz neun mit einem Rückstand von weit über sieben Stunden auf den Gesamtsieger Stéphane Peterhansel (Frankreich/Mitsubishi). Als bester VW-Fahrer landete Mark Miller aus den USA auf Rang vier. Doch die persönliche Bilanz von Sainz fällt ganz anders aus. "Ich denke, dass wir die Besten dieses Jahr waren", schreibt der Spanier in seiner Kolumne für adrivo.com und verweist stolz auf seine fünf Etappensiege.
Doch was nützen all die schönen Einzelerfolge, wenn am Ende vor allem jenes Bild in Erinnerung bleibt, das einen verzweifelten Sainz zeigt, der auf der Motorhaube seines Dienstwagens auf und ab hüpft, um die versandete Elektronik wieder in Gang zu bekommen. Der Defekt, warf den bis dahin zweitplatzierten Spanier um Stunden zurück. Kurioserweise traf seinen bis dahin in Führung liegenden Teamkollegen Giniel de Villiers aus Südafrika der gleiche Schaden auf derselben Etappe - die Doppelpanne nahm den VW auf der neunten Etappe alle Siegchancen.
Obwohl die Marke aus Wolfsburg zehn von 14 Etappen gewann, setzten sich am Ende - wie schon in den vergangenen sechs Jahren - die Mitsubishi durch, die zwar keinen Tagessieg erringen konnten, aber über die gesamte Distanz das zuverlässigere Material besaßen. Platz eins, zwei und fünf sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Vormachtstellung der japanischen Wüstenflitzer ungebrochen ist. Wenn sich Volkswagen dennoch für das kommende Jahr Hoffnungen auf einen Machtwechsel machen darf, dann vor allem aus dem Grund, dass tatsächlich ein identischer Schaden am Ventiltrieb die beiden Topfahrer aus dem Rennen um den Gesamtsieg warf - die Mängelliste ist also überschaubar.
Mit einer ganzen Reihe von Pannen musste dagegen Jutta Kleinschmidt im BMW X 3 des privaten X-Raid-Teams kämpfen. Dass sie am Ende mit Platz 15 und zehneinhalb Stunden Rückstand das selbst gesteckte Ziel, ums Podium mitzufahren, weit verfehlte, lag nach Meinung der 44-Jährigen aber an einem zentralen Kernfehler: "Wir haben herausgefunden, dass die fehlende Power aus einem Problem im Turbolader herrührte. Aber wir haben das Ziel erreicht und haben auch viel gelernt." Was eine freundliche Umschreibung dafür ist, dass die BMW 2008 besser vorbereitet sein müssen, um bei den Großen mitspielen zu dürfen.
Eine klammheimliche Freude dürfte Kleinschmidt, deren Vertrag bei VW im vergangenen Jahr nicht verlängert wurde, dennoch empfinden. Ersetzt wurde sie zu ihrer Verwunderung durch den 54-jährigen finnischen Rallye-Veteran Ari Vatanen. Schon auf der zweiten Etappe schätzte der ein Wasserloch falsch ein, blieb stecken und fiel auf Platz 113 zurück. Am siebten Renntag zwang ihn ein Brand im VW zur Aufgabe.
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