Damen Sturz verhindert Staffelsieg
Oberhof - Ausgerechnet die Lokalmatadorin büßte am Samstag ihren Vorsprung ein und musste die Russin Swetlana Ichmuratowa vorbeiziehen lassen. Bei der Abfahrt in die berüchtigte "Wolfsschlucht" verriss es Andrea Henkel die dünnen Ski und der von den Staffelkollegen herausgelaufenen Vorteil von einer guten halben Minute war mit einem Mal dahin. Im Ziel nach 4 x 7,5 km hatte das russische Quartett in der Besetzung Olga Pylewa, Galina Kuklewa, die an der gleichen Stelle wie die Oberhofer Sportsoldatin stürzte, Swetlana Tschernusowa und Ichmuratowa mit einer Endzeit von 1:36:33,4 Stunden 42,0 Sekunden Vorsprung vor den Frauen des Deutschen Skiverbandes (DSV) in der Besetzung Uschi Disl (Moosham), Katrin Apel (Oberhof), Katja Beer (Altenberg) und Henkel. Der dritte Platz ging an Frankreich (2:12,6 Minuten zurück).
"Wir machen der Andrea überhaupt keinen Vorwurf. Im Gegenteil: Es war toll, wie sie sich wieder aufgerappelt und den zweiten Platz gerettet hat", sagte die bayerische Startläuferin Uschi Disl. Die BGS-Angehörige hatte von Beginn an den "Turbo" gezündet und mit 21,5 Sekunden vor Russland gewechselt. Katrin Apel, die ebenfalls zwei Mal nachladen musste und Schnellste auf ihren 7,5 km war, baute den Vorsprung auf 38,8 Sekunden aus. Katja Beer büßte mit der drittschnellsten Runde etwas ein (19,4 Sekunden).
Andrea Henkel startete vehement und mit vollem Risiko. "Mit Swetlana Ichmuratowa wusste ich immerhin die Dritte der gestrigen Verfolgung hinter mir. Da konnte ich nicht verhalten laufen. In der Abfahrt bin ich etwas aus dem Gleichgewicht gekommen und lag auf einmal im Schnee. Der erste Gedanke war: Hoffentlich ist dem Gewehr nichts passiert", schilderte Andrea Henkel den Sturz, bei dem sie sich das Hinterteil prellte.
"Heute hatten wir eben etwas Pech. Doch mit der Leistung haben die Mädchen gezeigt, dass wir ganz vorn mithalten können und wir bei der Staffel-Besetzung verschiedene Varianten haben", analysierte Bundestrainer Uwe Müßiggang zufrieden. An dem spannenden Rennen hatten auch die mehr als 13.000 Zuschauer im bis auf den letzten Platz gefüllten Stadion und rund um die Laufstrecke ihren Anteil. "Das Publikum zerrt die ganze Runde. Da kann man überhaupt nicht langsam machen", beschrieb Uschi Disl. "Du wirst so angebrüllt, dass du keinen Schritt auslassen kannst. Das ist der pure Wahnsinn. Ich hatte eine Gänsehaut, als ich ins Stadion kam", meinte Katrin Apel.