Damen Uschi Disl läuft aufs Treppchen
Oberhof - Biathletin Uschi Disl hat in Oberhof mit ihrem dritten Platz den deutschen Stammplatz auf dem Weltcup-Siegerpodest erfolgreich verteidigt. Die 30-Jährige vom SC Moosham musste sich im Jagdrennen nach zehn Kilometern nur der schwedischen Seriensiegerin Magdalena Forsberg und Olena Zubrilowa aus der Ukraine geschlagen geben.
Im Jagdrennen der Herren über 12,5 km belegte der Altenberger Carsten Heymann nach seinem dritten Rang vom Sprint diesmal einen starken fünften Rang. Überraschungssieger wurde der Russe Viktor Maigurow, der fast vier Jahre nach seinem WM-Sieg in der gleichen Disziplin seinen ersten Weltcup-Triumph der Saison vor Raphael Poiree (Frankreich) feierte.
Im Gesamtweltcup bauten die Titelverteidiger Forsberg und Poiree ihre Führung weiter aus. Forsberg, die zum vierten Mal in Reihenfolge eine Einzelkonkurrenz zu ihren Gunsten entschied, liegt mit 370 Punkten vor der diesmal sechstplatzierten Französin Corinne Niogret (341), Zubrilowa (336) und Disl (276). Poiree führt mit 421 Zählern vor dem in Oberhof wegen einer Erkrankung fehlenden Ole Einar Björndalen (Norwegen/269), Andresen (244) und dem Oberhofer Sven Fischer (237). Heymann (213) ist auf Rang sechs vorgerückt.
"Mehr war nicht drin. Forsberg und Zubrilowa sind derzeit einfach besser. Ich bin total zufrieden", sagte Uschi Disl. "Mehr Schießfehler durfte ich mir nicht leisten. In der Strafrunde war der Schnee so weich. Da wollte ich wirklich nicht noch öfter rein." Bundestrainer Uwe Müssiggang ergänzte: "Uschi schießt auch im Training sehr gut und kann jetzt die neue Sicherheit in Tempo umsetzen."
Disl war als Sprint-Fünfte 1:11 Minuten hinter Forsberg ins Rennen gegangen, leistete sich bei 20 Schuss nur zwei Fehler und schaffte deshalb zum zweiten Mal in der laufenden Saison als Dritte den Satz auf das Siegerpodest. Die Thüringerinnen Kati Wilhelm (Zella-Mehlis/12.) und Andrea Henkel (Oberhof/13.) sowie Martina Glagow (Mittenwald/15.) rundeten die gute deutsche Teamleistung ab.
"Heute haben sich fast alle nach vorne gekämpft. Kompliment an meine beiden Altenberger. Wenn wir auf diesem Niveau weiterarbeiten, sind wir noch voll im WM-Plan", kommentierte Bundestrainer Frank Ullrich. Dessen Männer waren nach schwachen Sprintleistungen teilweise mit riesigen Rückständen in das Jagdrennen gestartet, hatten sich dort aber weit nach vorn gekämpft. So lief Marco Morgenstern (Altenberg) von Platz 31 auf elf, Fischer kam von Platz 37 noch auf Rang 14 vor.
Heymann, der als Sprint-Dritter einziger deutscher Skijäger mit Siegchancen war, hielt sich vor überwältigender Kulisse mit mehr als 15.000 Zuschauern über die gesamte Distanz im Vorderfeld und wurde einen Tag vor seinem 29. Geburtstag mit Rang fünf belohnt. "Carsten ist nicht der große Siegläufer. Aber er bietet derzeit wirklich stabile Leistungen auf hohem Niveau", lobte Ullrich.
Von Peter Stracke, sid