Damen Venus Williams gewinnt das Finale
New York - Zwei Monate nach ihrem Wimbledonsieg hat Venus Williams erstmals in ihrer Tennis-Karriere auch die US Open gewonnen. Die 20-Jährige besiegte am Samstagabend in New York in einem rein amerikanischen Endspiel die Weltranglisten-Zweite Lindsay Davenport in 85 Minuten mit 6:4, 7:5. Für ihren zweiten Grand-Slam-Titel erhielt Venus Williams, die ihr 26. Spiel hintereinander gewann, ein Preisgeld von 800.000 US-Dollar.
Lindsay Davenport, die 425 000 Dollar kassierte, verpasste nicht nur eine erfolgreiche Revanche für die in Wimbledon erlittene Final-Niederlage gegen Venus Williams. Die 24-Jährige hätte mit einem Sieg auch die Schweizerin Martina Hingis wieder als Nummer eins der Weltrangliste abgelöst. Hingis hatte im Halbfinale in drei Sätzen ebenfalls gegen Venus Williams verloren.
Als die Venus am Abendhimmel von New York aufging, musste sogar der mächtigste Mann der Welt warten. Bill Clinton hatte einen Teil des Nachmittags im Arthur-Ashe-Stadium verbracht, doch nach einer 80-minütigen Regenpause auf den Besuch des Damenfinales verzichtet. Seine am Abend per Telefon übermittelte Gratulation und Einladung ins Weiße Haus stießen bei der Siegerin zunächst auf taube Ohren: "Mal sehen, ob ich Zeit habe." Stattdessen überraschte sie das verdutzte Staatsoberhaupt mit der Frage nach einer Steuersenkung.
Nach einem frühen 1:4-Rückstand im ersten Satz lief Williams wie im packenden Halbfinale gegen die Weltranglistenerste Martina Hingis zu sensationeller Form auf und gewann mit eingeschaltetem Turbo sechs Spiele in Folge. Davenport wirkte zu diesem Zeitpunkt wie hypnotisiert, schaute den meist mit der beidhändigen Rückhand geschlagenen Krachern ihrer Gegnerin hilflos hinterher. Als sie beim Stand von 0:1 im zweiten Durchgang mit drei Assen in Folge endlich wieder ihr Service durchbrachte, belohnten sie die 23.217 Zuschauer mit Standing Ovations. Die Kalifornierin nahm's mit Galgenhumor und drehte mit erhobenen Armen eine kleine Ehrenrunde.