Damenabfahrt: Sonne ließ Ertl & Co im Stich - DER SPIEGEL
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Damenabfahrt Sonne ließ Ertl & Co im Stich

Schlechte Sichtverhältnisse machte den deutschen Abfahrtsläuferinnen in Cortina einen Strich durch die Rechnung. Dennoch erreichten Regina Häusl und Sabine Brauner einen Rang unter den Top Ten.
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Cortina d'Ampezzo - An ihrem Lieblingshang unterhalb der Tofana von Cortina d'Ampezzo blieben Regina Häusl und Martina Ertl ohne Glück. Während Häusl vom SK Reichenhall (1:35,32 Minuten) am Samstag als Siebte bei der fünften Weltcup-Abfahrt des Winter ihren Rückstand mit 1,31 Sekunden in Grenzen hielt, setzte sich bei der Lenggrieserin Ertl der Aufwärtstrend der letzten Wochen nicht weiter fort. In 1:36,19 Minuten musste die 26-Jährige mit dem 17. Rang zufrieden sein. "Die ganze Zeit ist es aufwärts gegangen, da ist so etwas schon einmal möglich", blieb Ertl gelassen.

Dagegen zeigte die Französin Regine Cavagnoud, dass bei ihr eine lange Leidenszeit abgehakt und sie endgültig in die Weltklasse zurückgekehrt ist. In 1:34,01 Minuten kam die 29-Jährige aus La Clusaz vor der Österreicherin Tanja Schneider (1:34,94) und der Slowenin Mojca Suhadolc (1:34,97) zu ihrem zweiten Saisonsieg und Weltcup-Erfolg ihrer Karriere überhaupt. Vor fast genau einem Jahr hatte sich Cavagnoud bei der WM in Vail im Training einen Kreuzbandriss zugezogen und sechs Monate komplett pausieren müssen.

"Es ist viel schwieriger, nach so einer schweren Operation eine Abfahrt zu gewinnen als einen Riesenslalom", meinte Cavagnoud, die anfangs der Saison in Lake Louise schon ganz oben gestanden hatte. Die Angst vor einer erneut schweren Verletzung hat sie überwunden. "Es hat heute unglaublich Spaß gemacht", meinte die Französin.

Derlei Freude gibt es im Team der Österreicher nicht. Zwar kam Tanja Schneider auf Platz zwei. Aber bei den beiden etablierten Stars Renate Götschl und Michaela Dorfmeister läuft es als führendes Duo im Gesamt-Weltcup in den schnellen Disziplinen überhaupt nicht. Während die Abfahrts-Weltmeisterin von Vail, Götschl (1:36,04), als 15. immerhin das Ziel sah, schied Dorfmeister vorzeitig aus. Angeblich soll der Ausrüster derzeit über keinen vernünftigen Ski verfügen.

Zudem trübt ein schwerer Streit zwischen Cheftrainer Karl Frehsner und seinem Assistenten Burkhard Schaffer die Stimmung im Lager des erfolgreichsten Frauen-Teams im Weltcup. Der 60 Jahre alte Frehsner hat seinen Mitarbeiter in einer Krisensitzung aufgefordert, sich wieder einzufügen und keinerlei Alleingänge mehr zu unternehmen. Andernfalls droht Frehsner, mit dem vor zwei Jahren der Erfolg zu Österreichs Frauen zurückkehrte, mit Konsequenzen. Ob sich Schaffer fügt, werden die nächste Tage zeigen.

Von diesen Streitereien bleibt die deutsche Mannschaft derzeit verschont, obwohl manches Mal die Stimmung gereizt erscheint. Zudem müssen Ertl und die in Cortina fehlende Hilde Gerg (Lenggries) weiter auf den ersten Saisonsieg warten. Regina Häusl war dennoch zufrieden mit dem siebten Platz, "obwohl es schon ein bisschen ärgerlich ist, weil ich unten noch schneller hätte fahren können."