Darts-Weltmeister Peter Wright Der Sieg des ewigen Zweiten
Peter Wright: "Jetzt einfach dran gewesen"
Foto: Steven Paston / DPADie wichtigsten sechs Darts dieser Weltmeisterschaft spielte Peter Wright nicht im Finale, er spielte sie in seinem Auftaktmatch. Gegen den weitgehend unbekannten Noel Malicdem von den Philippinen lag er im Entscheidungsatz 1:2 hinten, ein Legverlust vom Aus entfernt. Malicdem hatte nur noch 181 Punkte Rest, der Schotte noch 302. Dann warf Wright sechs perfekte Darts.
Ohne diese sechs Würfe wäre Wright wohl ausgeschieden, es wäre das dritte Jahr in Folge gewesen, in dem er bei der WM maximal ein Spiel gewonnen hätte. Aber "Snakebite" siegte im Sudden-Death-Leg und wurde im weiteren Turnierverlauf von Spiel zu Spiel besser. Jetzt, nach dem 7:3 im Finale gegen Michael van Gerwen am Mittwoch, ist Wright zum ersten Mal Weltmeister.
Emotionale Reaktion: Wright nach dem Duell mit van Gerwen
Foto: SEAN DEMPSEY/EPA-EFE/REXNach dem Duell flossen bei Wright die Tränen. "Ich habe große Spiele verloren, deshalb hatte ich schon im Vorfeld das Gefühl, dass ich jetzt einfach dran bin", sagte der 49-Jährige.
Wright stand schon oft in großen Finalpartien, gewonnen hat er selten. In seiner Karriere gelang ihm nur bei einem Major-Turnier der Gesamtsieg, 2017 triumphierte er bei den UK Open. Da fehlte allerdings auch Tour-Dominator van Gerwen aufgrund von Rückenproblemen.
The ninth name on the Sid Waddell trophy...
— PDC Darts (@OfficialPDC) January 1, 2020
Peter Wright lifts the famous trophy for the very first time and secures himself £500,000
Scotland has a new sporting champion! pic.twitter.com/k0kdG3ppss
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In den vergangenen zwei Jahren machte Wright trotz kleinerer Titel hauptsächlich durch inkonstante Leistungen und ständiges Ausprobieren neuer Pfeile von sich reden, in der Weltrangliste war der ehemals Zweite vor der WM auf Platz sieben abgerutscht.
Immer wieder die Nerven
Wrights Probleme begannen im WM-Finale 2014, Gegner war van Gerwen. Wright verlor 4:7, es folgten acht weitere Endspielniederlagen gegen den Niederländer bei Major-Turnieren. Dabei war er nur selten chancenlos. In der Premier League 2017 vergab er beim Stand von 10:9 sechs Matchdarts, verlor noch 10:11. Im vergangenen Oktober führte Wright bei der Champions League of Darts 10:7, verpasste wieder Gelegenheiten, das Match zu beenden und verlor erneut 10:11. In diesen und weiteren Partien waren es immer wieder die Nerven, die Wright den Sieg in mindestens ausgeglichenen Spielen kosteten.
Auch deswegen galt er vor diesem Finale 2020 als Außenseiter, obwohl er im Turnierverlauf besser gespielt hatte als van Gerwen. Auch der Titelverteidiger selbst sah sich aufgrund der Historie der beiden im Vorteil. "Meistens vermasselt es Peter gegen mich und trifft die Doppel nicht", sagte van Gerwen vor der Partie. "Ich glaube, er hat mehr Angst vor mir als ich vor ihm".
Und zumindest zu Matchbeginn schien es, als könne van Gerwen Recht behalten. Im ersten Leg vergab Wright bei eigenem Anwurf drei Darts auf Doppel und kassierte ein frühes Break. Anstatt aber weiter die äußeren Ringe zu verfehlen, schaffte Wright sofort das Rebreak.
Im Laufe der Partie war es dann der Titelverteidiger, der immer wieder Chancen auf Doppel vergab. Der Tiefpunkt war aus van Gerwens Sicht der fünfte Satz, als er sieben Pfeile zum Break für die 2:1-Führung in den Legs nicht nutzen konnte. Später vergab van Gerwen im achten und neunten Durchgang Darts zum Satzgewinn. Anders als Wright, der am Ende eine Doppelquote von über 50 Prozent hatte.
Peter Wright has finally made it! He not only wins the World Darts Championship 2020. No, he has beaten his nemesis Michael van Gerwen in the final. #Darts #DartsWM #WHdarts #AllyPally #DAZNdarts pic.twitter.com/V81OSE0dO1
— TheRedBit 🔴 (@TheRedBit180) January 1, 2020
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"Ich habe so hart gearbeitet, um die richtigen Darts zu finden, den richtigen Wurf und die richtige Mentalität - und heute hat alles gepasst", sagte Wright nach dem Spiel. "Das zeigt, dass du deine Träume nie aufgeben solltest."
Vor sechs Jahren hätte Wright seinen Traum fast aufgegeben. Die WM 2014 sollte seine letzte sein, er wollte aufhören mit dem professionellen Dartssport. Die großen Erfolge waren ausgeblieben, der Verdienst zu gering. Dann kam er ins Finale und wurde um 100.000 Pfund (rund 118.000 Euro) reicher. Wright war plötzlich Publikumsliebling. Dennoch haftete ihm das Image des ewigen Zweiten an.
Als Jugendlicher war Wright so arm, dass er sich keine Darts-Scheibe leisten konnte; er malte stattdessen Zielscheiben auf Bäume . Nun ist er nicht mehr nur der Spieler mit der bunten Frisur und Kleidung. Nun ist er Weltmeister.