Das Interview: "Jetzt ist es vorbei" - DER SPIEGEL
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Das Interview "Jetzt ist es vorbei"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Interview mit Dieter Baumann

Herr Baumann, wie haben Sie auf Ihre positive Dopingprobe reagiert?

Baumann:

Als ich am Montag den ersten Anruf vom DLV erhielt, habe ich zuerst nicht gewusst, um wen es geht. Ich konnte es nicht glauben, weil: Es konnte ja nicht sein, denn ich habe und hatte nie etwas zu mir genommen. Für mich ist das nicht zu erklären. Bis gestern habe ich die Situation nicht als reale Welt eingeordnet, dann war mir klar: jetzt ist es vorbei.

Was werden Sie nun tun?

Baumann: Ich werde versuchen, die Motivation aufzubringen, um mich in meinen gewöhnlichen Trainingsrhythmus zu zwingen. Ich hoffe, dass der Deutsche Leichtathletik-Verband mich dabei unterstützen und mich zwei- bis dreimal pro Woche kontrollieren wird. Ich hoffe, auf diese Art eine Lösung auf die Frage zu finden, woher das Nandrolon in meinem Körper stammt. Das ist der einzige Weg.

Haben Sie die Öffnung der B-Probe bereits beantragt?

Baumann: Es ist ein schwebendes Verfahren, ich habe meines Wissens 21 Tage Zeit zum Öffnen der B-Probe. Es wird sicherlich noch ein Hearing mit dem DLV stattfinden, deshalb wissen wir noch nicht, wann wir die B-Probe aufmachen. Wesentlich entscheidender für mich ist, dass ich die Nandrolon-Quelle finde.

Könnte es sein, dass Ihnen ein Fremder die Substanz untergemischt hat?

Baumann: Ich glaube nicht an eine Verschwörungstheorie. Das ist nicht mehr lustig, sondern ist eine Zerstörung. Das erfordert eine kriminelle Energie, die traue ich keinem zu.

Haben Sie in letzter Zeit Medikamente oder auch Nahrungsergänzungsmittel genommen?

Baumann: Nein, ich habe im letzten Halbjahr nichts genommen und auch keine Spritze oder Medikamente bekommen. Ich lege alle Daten offen, ich will gläsern sein. Natürlich nehme ich auch Zusatznahrung, aber das sind gängige Dinge, und ich habe auch meine Nahrung in den letzten Monaten nicht bewusst umgestellt. Ich kann mir selber keinen Reim darauf machen.

Könnte es sich möglicherweise um einen Fehler bei der Untersuchung Ihrer Probe handeln?

Baumann: Ich habe mich immer für dieses Kontrollsystem ausgesprochen und habe seine Optimierung mitgetragen. Es gibt keine Vertauschung der Proben. Die Jungs werden schon wissen, wie die Geräte zu bedienen sind, die haben das studiert.

Werden Sie Ihr Recht eventuell auch vor Gericht einfordern?

Baumann: So weit gehen meine Gedanken gar nicht. Ich denke im Moment nur daran, dass ich die Sache für mich selber aufklären muss und will ganz aktiv dabei mitarbeiten. Ich stehe unverschuldet da und frage mich, was kann ich tun. Aber im Moment habe ich keinen Plan, wie ich die Beweisumkehr erreichen kann.

Aufgezeichnet von Martin Volkmar

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