David Prinosil: Abschied mit erhobenem Haupt - DER SPIEGEL
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David Prinosil Abschied mit erhobenem Haupt

Erwartungsgemäß sind die deutschen Tennisspieler im Daviscup gegen Titelverteidiger Australien ausgeschieden. Im Doppel präsentierte sich der zweite Anzug des DTB allerdings in einer tollen kämpferischen Verfassung
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Adelaide - Das deutsche Team hat sich trotz einer fantastischen Vorstellung von David Prinosil aus dem Daviscup 2000 verabschiedet. Der Amberger zeigte auch im Doppel am Samstag eine hervorragende Leistung und hätte gemeinsam mit Marc-Kevin Goellner (Bonn) beim 3:6, 2:6, 6:2, 7:6 (7:4), 8:10 fast die Überraschung gegen Patrick Rafter/Mark Woodforde geschafft. Die Titelverteidiger führen vor den nun bedeutungslosen Einzeln am Sonntag uneinholbar mit 3:0. Der Mannschaft von Kapitän Carl-Uwe Steeb ist es damit erwartungsgemäß nicht gelungen, den Verlust von Nicolas Kiefer (Holzminden), Thomas Haas (Hamburg) und Rainer Schüttler (Bad Homburg) wettzumachen.

Nach seinem 9:11 im fünften Satz am Freitag gegen Wayne Arthurs bekam Prinosil am Ende des zweiten Marathonmatches innerhalb von zwei Tagen auch von den Gegnern höchstes Lob. "Die Deutschen verdienen, dass man ihnen auf die Schulter klopft, sie haben toll gekämpft", sagte Australiens Kapitän John Newcombe noch auf dem Platz. Die 7000 Zuschauer beklatschten die Verlierer minutenlang.

"Lieber hätte ich zwei Mal schlecht gespielt und gewonnen", meinte der erschöpfte Prinosil, der insgesamt über siebeneinhalb Stunden auf dem Rasenplatz stand: "Heute Morgen bin ich kaum aus dem Bett gekommen, gestern Abend habe ich ein Infusion bekommen und viel Massage. Im Spiel ging es aber. Ich denke, ich hätte zwei Punkte verdient." Das sah sogar Newcombe genauso. "Dass er mit Marc-Kevin nach den beiden verlorenen ersten Sätzen nicht aufgegeben hat und das Match noch einmal umgedreht hat, war eine tolle Leistung. Die Deutschen könnten jetzt auch mit 2:1 führen", sagte der dreimalige Wimbledon-Sieger, "aber das ist ja gerade das, was den Daviscup ausmacht".

Während er nun weiter darauf hoffen kann, in seinem letzten Jahr als Chef der Australier den Daviscup zu verteidigen, steht Steeb mit leeren Händen da. "Wir können trotzdem zufrieden sein", sagte der Schwabe, "unsere Leistung hat gestimmt, und wir haben uns teuer verkauft." Ans nächste Jahr wollte er vorerst einmal noch nicht denken. Zumindest kann er weiter auf Prinosil bauen: "Nicolas Kiefer und Tommy Haas sind die Nummer eins und zwei, aber wenn die nicht spielen, stehe ich immer zur Verfügung."

Prinosil war auch im 3:20 Stunden langen Doppel der dominierende Mann, auch wenn er es war, der im letzten Spiel des Matches seinen Aufschlag verlor. Goellner brachte eine nicht ganz so konstante Leistung, streute aber immer wieder brillante Bälle ein. Unter dem Strich aber muss die Reise nach Australien als Totalverlust abgebucht werden. Steeb, der in Kürze seinen Vertrag beim Deutschen Tennis Bund (DTB) um zwei Jahre verlängern wird, muss nun sicherstellen, dass ihm im kommenden Jahr wieder seine Top-Spieler zur Verfügung stehen, wenn er und die deutschen Daviscup-Mannschaft an die großen Leistungen der Vergangenheit anknüpfen will.