Daviscup: Big Mac geht von Bord - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Daviscup Big Mac geht von Bord

Nach nur neunmonatiger Amtszeit wirft John McEnroe hin. Das einstige Filzball-Genie bestätigt seinen Rücktritt als Daviscup-Kapitän der USA.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - "Einer der Gründe, weshalb man mich verpflichtet hat, war die Hoffnung, dass dann alle Spieler im Daviscup antreten würden", erklärte McEnroe nach seinem 6:1, 6:3-Sieg gegen den Franzosen Henri Leconte im Finale des Senior-Turniers in Frankfurt am Main. "Ich habe in diesem Punkt ganz klar versagt, und deshalb mache ich den Weg frei für einen, der vielleicht mehr Erfolg hat."

Auslöser für die Entscheidung des einstigen Weltranglistenersten war der Verzicht der Topspieler Pete Sampras und Andre Agassi auf das Halbfinale gegen Spanien, in dem die USA erstmals in der 101-jährigen Daviscup-Geschichte bereits vor dem Endspiel eine 0:5-Niederlage kassierten. McEnroe musste in Santander unter anderem auf Vincent Spadea zurückgreifen, der in diesem Jahr erst ein einziges Match gewonnen hat.

"Es tut mir leid, dass ich offensichtlich so wenig Einfluss auf die Spieler hatte", meinte der legendäre Linkshänder, dessen Amtszeit im Februar ohne Sampras und mit einem mühevollen 3:2 in Simbabwe begann. Auch beim 3:2 im Viertelfinale gegen Tschechien konnten die USA trotz des Einsatzes von Sampras und Agassi nicht glänzen. Als Nachfolger McEnroes werden der ehemalige Weltranglistenerste Jim Courier und Ex-Profi Paul Annacone gehandelt.