Daviscup Deutschland zittert vor Argentinien
London - "Ich will nicht sagen, das ist fatal, aber es ist schon ziemlich deftig. Ich hätte mir eher ein Heimspiel gewünscht", sagte Interims-Kapitän Patrik Kühnen nach der Auslosung am Donnerstag in London, "vielleicht ist aber diese Begegnung auch ganz gut, da wir unsere Leistungsstärke unter Beweis stellen können. Die Mannschaft hat aber das Potenzial, auch so ein schweres Ding zu gewinnen."
Deutschland muss zum Daviscup-Auftakt im kommenden Jahr vom 7. bis 9. Februar in Argentinien antreten. Bisher konnte noch kein deutsches Team ein Duell bei den Südamerikanern gewinnen. Das DTB-Team hatte Ende September durch einen 5:0-Sieg im Playoffspiel gegen Ecuador den Klassenerhalt geschafft.
Deutschland nicht gesetzt
Der dreimalige Daviscup-Sieger gehörte aufgrund des schwachen Abschneidens in den vergangenen Jahren bei der Auslosung in der englischen Hauptstadt nicht mehr zu den acht gesetzten Teams unter den 16 Nationen der Weltgruppe. Die Begegnung in Argentinien findet vermutlich auf Sand statt, einem Belag, den die deutschen Spieler wenig schätzen.
"Wenn man den Daviscup gewinnen will, muss man auch einen solchen Gegner schlagen. Das ist eine besondere Herausforderung", gab sich DTB-Präsident Georg von Waldenfels kämpferisch. Sollte ein Sieg gelingen, wäre Russland oder Tschechien der Gegner im Viertelfinale. Die Runde der letzten acht wird vom 4. bis 6. April ausgetragen. Deutschland müsste erneut auswärts antreten.
Bilanz spricht für Argentinien
Argentinien war dieses Jahr im Daviscup erst im Halbfinale mit 2:3 knapp in Russland gescheitert. Am weitesten vorn im Champions Race platziert ist derzeit Guillermo Canas als 13. Es folgen David Nalbandian (18), Gaston Gaudio (19) und Juan Igancio Chela (21). Thomas Haas ist Achter, Rainer Schüttler 30.
Bisher trafen deutsche Mannschaften sechs Mal auf Argentinien. Die Bilanz spricht mit 4:2 zugunsten der Südamerikaner, die im Mai dieses Jahres den World Team Cup gewonnen hatten. Zuletzt feierte das deutsche Team mit den Wimbledonsiegern Boris Becker und Michael Stich 1991 in Berlin einen glatten 5:0-Sieg gegen Argentinien. Beim diesjährigen Halbfinalisten wurde zuletzt 1990 gespielt, damals verlor Deutschland in Buenos Aires mit 2:3.