Daviscup-Finale Australier in Schwierigkeiten
Melbourne - Im Daviscup-Endspiel zwischen Australien und Spanien steht es nach den ersten beiden Einzeln 1:1. Die Führung der Australier durch Hewitt, der nach fast vier Stunden mit 3:6, 6:3, 3:6, 7:6 (7:0), 6:2 gegen Juan Carlos Ferrero gewonnen hatte, glich Moya aus. Der Spanier, der seit anderthalb Jahren kein Match auf Gras mehr bestritten hatte, bezwang Philippoussis mit 6:4, 6:4, 4:6, 7:6 (7:4). "Ich würde alles für diesen Titel geben", sagte Moya nach seiner hervorragenden Leistung, "das war ein großer Sieg für mich." Am Samstag stehen sich im Doppel Wayne Arthurs/Todd Woodbridge und Alex Corretja/Feliciano Lopez gegenüber.
Lopez ist der stärkste spanische Rasenspieler. Er erreichte sowohl 2002 als auch 2003 in Wimbledon das Achtelfinale und war in diesem Juli der einzige Spieler, der dem späteren Champion Roger Federer einen Satz abnehmen konnte. Dennoch bleiben die Australier auf Rasen klare Favoriten, da dieser Untergrund die größte Schwäche der Gäste ist. Von den vier Davis-Cup-Begegnungen mit Australien gewann Spanien nur einmal: das Endspiel 2000 auf Sand in Barcelona, als Ferrero gegen Hewitt den entscheidenden Punkt gewann. Die anderen drei Partien wurden auf Rasen ausgetragen.
Vor zwei Jahren allerdings erlebten Hewitt und Co. auf dem Rasen von Melbourne schon einmal eine böse Überraschung. Damals verlor Australien das Daviscup-Finale gegen Frankreich mit 2:3. "Wir haben uns vorher bei den Franzosen erkundigt, worauf man in Melbourne so achten muss", gab sich Spaniens Kapitän Jordi Arrese nach dem 1:1-Zwischenstand selbstbewusst.
Spanier empört über "Provokation"
Vor dem ersten Einzel zwischen Hewitt und Ferrero sorgte das Abspielen einer falschen Hymne für diplomatische Verstimmungen. An Stelle der aktuellen spanischen Nationalhymne war die Hymne der Zweiten Republik (1931-1939) vorgetragen worden. Das spanische Team erhob bittere Proteste und drohte Rundfunkberichten zufolge sogar damit, nicht anzutreten.
Die australischen Veranstalter entschuldigten sich schriftlich beim spanischen Verband. Sie führten die Panne darauf zurück, dass der Trompeter James Morrison, der die Hymnen vortrug, zur Einübung offenbar eine CD mit der falschen Hymne erhalten habe. Der spanische Staatssekretär für Sport, Juan Antonio Gómez Angulo, sprach von einer "Provokation". Er forderte vom Tennis-Weltverband eine Untersuchung. Außerdem verlangte er, dass die australische Regierung sich bei Spanien offiziell entschuldige und eine Erklärung abliefere.
Das Auftakteinzel konnte nach dem Abspielen der richtigen Hymne erst mit 15 Minuten Verspätung beginnen. Der australische Verband betonte, bei der Verwechselung der Hymnen habe es sich um ein Versehen gehandelt. Nun sollen vor dem Doppel am Samstag und vor den letzten Einzeln am Sonntag die richtigen Hymnen gespielt werden.