Daviscup Genervter Haas sagt ab
Hamburg - Thomas Haas hat am Freitag seine Teilnahme am Daviscup-Spiel in der kommenden Woche in Zagreb gegen Kroatien abgesagt. In einer Presseerklärung teilte der 23-Jährige mit, dass er Daviscup-Kapitän Michael Stich zu Weihnachten eine Zusage gegeben habe. "Aber seit dieser Zusage sind so viele Dinge über mich in die Öffentlichkeit getragen worden, die mich in einem Umfeld des DTB belasten", schrieb Haas.
Haas überzeugte in der letzten Woche bei den Australian Open in Melbourne, wo er erst im Halbfinale am Russen Marat Safin scheiterte. Derzeit wird er im Champions Race, die neue Weltrangliste, auf Platz vier geführt.
Der Streit zwischen Haas und dem Deutschen Tennisbund (DTB) schwelt schon seit Wochen. "Ich weiß, dass mein Spiel sowohl mental als auch physisch unter dieser Situation leidet, und deshalb sehe ich mich gezwungen, meine Teilnahme an der Daviscup-Begegnung gegen Kroatien abzusagen", schrieb er. Zuletzt verlangte Haas vom Verband 100.000 Euro, um seinen persönlichen Physiotherapeuten zu bezahlen. Der DTB lehnte ab. Haas hatte seine Forderung damit begründet, dass ihn der DTB in der Jugend nie gefördert habe.
Kein Zwist mit Stich
Mit Michael Stich möchte Haas allerdings keinen Streit. Den Daviscup-Kapitän schloss er ausdrücklich von seiner Kritik aus und bezeichnete ihn als exzellenten Tennis-Fachmann. Einer Einladung zu einem Daviscup-Spiel in der Zukunft stehe Haas offen gegenüber.
Stich bringt die Absage von Haas in große Schwierigkeiten. Nicolas Kiefer (Holzminden) ist derzeit außer Form. Daneben stehen ihm Rainer Schüttler (Bad Homburg) und für das Doppel der Amberger David
Prinosil zur Verfügung. Die Kroaten treten unter anderem mit Goran Ivanisevic an. Der Wimbledonsieger aus dem letzten Jahr kämpft derzeit allerdings gegen ein Formtief an. Am Donnerstag musste Ivanisevic sein Erstrundenmatch gegen den Tschechen Michal Tabara im dritten Satz entkräftet aufgeben. Eine fiebrige Erkältung plagt den Kroaten in diesen Tagen.