Daviscup Haas hält viel von sich
Karlsruhe - "Ich bin ganz und gar nicht schwierig, sondern ein wirklich einfacher Typ", sagte Haas am Sonntag nach dem 5:0-Sieg im Daviscup-Abstiegsspiel gegen Venezuela, "ich habe Freude am Leben, möchte gut Tennis spielen und bin echt zufrieden mit dem, was ich habe."
Am Samstag noch hatte Haas hingegen wieder eine seiner berühmten Extratouren gestartet. Als es darum ging, öffentlich und vor laufender TV-Kamera zu verkünden, dass Deutschland kommendes Jahr "definitiv" mit der besten Mannschaft im Daviscup spielen werde, hatte sich Haas an seiner Seite alleine Kumpel Rainer Schüttler gewünscht.
"Tommy, das bist du doch gar nicht"
Nicolas Kiefer und David Prinosil, die ebenfalls zum DTB-Team gehören und beim erfolgreichen Kampf um die Zugehörigkeit zur Weltgruppe in Karlsruhe ebenfalls dabei waren, sollten nur zuschauen. Nur die Intervention von Daviscup-Teamchef Patrik Kühnen verhinderte einen neuen Eklat. Am Ende stand Haas dann doch da, wo er sich am liebsten sieht - im Mittelpunkt. Er redete, der Rest durfte abnicken.
Dass diese Aktion ein erneuter Affront gegen seine Teamkollegen war, mochte der in den USA lebende Haas jedoch nicht sehen. "Wenn meine Schwestern manchmal lesen, was in Deutschland über mich geschrieben wird, dann rufen sie mich in Florida an und sagen: Mensch, Tommy, das bist du doch gar nicht", findet der Achte im Champions Race grundsätzlich. Der hatte schon einmal ein Daviscup-Spiel boykottiert, weil der Verband nicht die Anreise seines persönlichen Physiotherapeuten bezahlen wollte.
"Ich weiß, was alles passieren kann"
Kühnen hat sich mit seinem - zumindest auf dem Platz - besten Mann bereits arrangiert. "Tommy ist ein Führungsspieler, alle orientieren sich an ihm", sagte der frühere Daviscupspieler, der diese Woche einen Vertrag als neuer Teamchef unterschreiben will.
Dass aber er einmal unter Haas' Solonummern leiden könnte wie seine Vorgänger Carl-Uwe Steeb, Michael Stich und Boris Becker ahnt jedoch auch Kühnen. "Ich weiß, was alles passieren kann", sagt der dreimalige Daviscupsieger, "ich bin auch kein Zauberer, aber ich kann nicht glauben, dass es immer wieder an kleinen Nickeligkeiten scheitert."