Daviscup Spanien in Führung
Barcelona - Vor 14.000 begeisterten Zuschauern im Palau St. Jordi in Barcelona setzten sich Alex Corretja und Juan Balcells gegen die favorisierten Mark Woodforde und Sandon Stolle in 2:10 Stunden mit 6:4, 6:4, 6:2 durch. Spanien genügt damit in den beiden Schlusseinzeln am Sonntag ein weiterer Erfolg, um zum ersten Mal die wertvollste Mannschafts-Trophäe im Tennis zu gewinnen.
Mit dem Sieg im Doppel haben die Spanier möglicherweise bereits die Vorentscheidung erreicht. Seit 1972 hat mit einer Ausnahme jeweils das Team den Wettbewerb gewonnen, das sich im Doppel durchgesetzt hat. "Jetzt haben wir es selbst in der Hand", sagte Coach Javier Duarte, dessen Rechnung mit dem Verzicht auf Ex-Weltmeister Alex Corretja am ersten Tag voll aufzugehen scheint. "Ich habe stets volles Vertrauen in unser Team gehabt, aber dass es im Doppel so relativ leicht gehen würde, hätte ich wirklich nicht geglaubt."
Unterstützung erhielt Duarte von höchster Stelle. "Ich war schon vorher sehr optimistisch", sagte IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch, "jetzt bin ich es natürlich noch mehr. Ein Sieg im Daviscup ist wohl das einzige, was dem spanischen Tennis noch fehlt und was ihm mit Sicherheit noch weiteren Auftrieb geben wird."
Am Sonntag steht ab 13 Uhr zunächst das Einzel der am Freitag siegreichen Youngsters Lleyton Hewitt und Juan Carlos Ferrero an. Anschließend sollen Albert Costa und Patrick Rafter aufeinandertreffen. Unklar ist aber noch der Einsatz von Rafter, der am Freitag mit Krämpfen sein Einzel aufgeben musste und von Stolle ersetzt würde. Möglicherweise wird auch Spaniens Teamkapitän Javier Duarte seinen Spitzenspieler Corretja kurzfristig einsetzen.