Daviscup Stich knöpft sich Haas vor
Zagreb - "Der Zeitpunkt war unmöglich. Die Mannschaft konnte an diesem Tag noch gewinnen, und er sorgt so für Unruhe. Ich verstehe das nicht", kritisierte Stich das Verhalten von Thomas Haas, "er ist leider derjenige, der sich über die Medien äußert."
Haas, der wegen des Streits mit dem DTB die Daviscup-Partie in Kroatien abgesagt hatte, war am Wochenende in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" erneut an die Öffentlichkeit gegangen: "Ich habe meinen Kopf nicht mehr frei, will mir diese Unterstellungen auch nicht weiter bieten lassen." Der DTB solle endlich mit der Wahrheit rausrücken, so der beste deutsche Profi und Weltranglistenvierte: "Ich will einfach nur Tennis spielen, auch und vor allem für mein Land."
Abstiegsrunde im Herbst
Stich forderte Haas auf, endlich das "unwürdige Schauspiel" zu beenden. Der neue Daviscupchef hatte sich in den Tagen von Zagreb zuvor bewusst zurückgehalten. Die Tür sei für Haas dennoch nicht verschlossen, betonte Stich, aber die Störfeuer, "während hier noch gespielt wird", seien unmöglich gewesen.
"Es ist jetzt Sache von Tommy, sich zu melden", legte Stich nach, "er muss jetzt klar sagen, was er eigentlich will. Ich hoffe noch, dass er sich entscheidet zu spielen." Rein sportlich wäre Haas eine klare Verstärkung. Nach der Erstrundenniederlage in Zagreb kämpft das DTB-Team Ende September in der Qualifikation um den Klassenerhalt in der Weltgruppe.