DB/SAP Open: Harrington behält die Nerven - DER SPIEGEL
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DB/SAP Open Harrington behält die Nerven

Padraig Harrington aus Irland hat mit seinem Start-Ziel-Sieg bei der „Deutsche Bank - SAP Open“ der Golfprofis Titelverteidiger Tiger Woods entthront. Allerdings spielte der Stargast aus den USA an der Spitze des Leaderboards nie eine Rolle. Der Sieg Harringtons wurde erst im Stechen gegen Thomas Björn besiegelt.
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Hamburg - Nachdem Harrington (65/66/70/68) und Björn (71/70/65/63) nach vier gespielten Runden mit 269 Schlägen gleichauf lagen, behielt der Ire gegen den Dänen am ersten Extraloch (18. Spielbahn) mit einem Par die Oberhand, Björn spielte ein Bogey auf dem Par-4-Loch. Für seinen zweiten Saisonsieg kassierte Harrington eine Siegprämie von 450.000 Euro und ist nun Nummer eins der europäischen Geldrangliste, vor dem Südafrikaner Ernie Els. Retief Goosen (65/69/70/66) belegte bei dem Turnier vor den Toren Hamburgs Rang drei.

Harrington, der sich in seiner Karriere bereits 19 Mal mit einem zweiten Rang begnügen musste und deshalb von einigen britischen Journalisten bereits mit dem "Bayer-Leverkusen-Syndrom" belegt wurde, hat sich damit von seinem zweiten Platz aus Vorwoche, als er bei der "Benson & Hedges International Open" am Schlusstag noch angefangen wurde, bestens erholt. "Nachdem ich letzte Woche und auch hier fast die gesamte Zeit geführt habe, wäre es ein schwerer Schlag für mein Selbstvertrauen gewesen, wenn ich noch abgefangen wäre", gab Harrington allerdings zu, das ihn die Endphase des Turnier doch einige Nerven gekostet hat.

Woods nur auf Rang 29


Mit dem siebten Turnier-Sieg seiner Karriere hat Harrington den Titel-Hattrick des haushohen Favoriten Tiger Woods verhindert, der sich am Ende mit einem enttäuschenden 29. Platz begnügen musste und umgehend im Privatjet in die USA zurückflog. Woods, der bestbezahlte Sportler der Welt, erreichte vor knapp 20.000 Zuschauern am Sonntag mit einer abschließenden 68er-Runde als 29. das Clubhaus - zu wenig, um seinen Rückstand entscheidend zu verkürzen. Die langen Schläge des in Florida lebenden Golfstars waren gut, doch beim Putten fand die Nummer eins der Weltrangliste nie zu gewohnter Form.

"Die Grüns waren nicht in allerbestem Zustand, aber damit mussten ja alle Spieler fertig werden. Ich habe auf jeden Fall alles gegeben", sagte der 27-Jährige, der die Vorwürfe hinter vorgehaltener Hand, trotz eines üppigen Antrittsgeldes sich nicht sorgfältig genug auf das Turnier vorbereitet zu haben, zurückwies. "Die deutschen Journalisten wissen offensichtlich nicht, wie ich gespielt habe", verteidigte sich Woods, "ich hatte in den vier Runden insgesamt nur drei Bogeys gespielt. Aber auf diesen Grüns konnte man nicht viel Boden gut machen."

Wann Woods das nächste Mal bei einer Veranstaltung der European Tour dabei sein wird, steht noch in den Sternen. Zwar wird Woods bei der British Open im Juli, dem dritten Major-Turnier des Jahres dabei sein, aber die Nummer eins der Weltrangliste hat angekündigt, beim eigenen Turnierkalender den Rotstift anzusetzen. Nach einer Knieoperation zum Ende des vergangenen Jahres hatten ihm die Ärzte dazu geraten. Möglicherweise wird man Woods, der bereits im fünften Jahr in Folge bei der DB/SAP Open dabei war, deshalb in der kommenden Saison hierzulande nicht mehr sehen können.

Langer fürchtet um US-Open-Teilnahme


Auch Bernhard Langer konnte mit seinem Auftritt in Deutschland nicht zufrieden sein. Der in Florida lebenden Anhausener, der den Cut am Freitag nur knapp überstanden hatte, blieb nach vier Runden (72/70/70/73) nur drei Schläge unter dem Platzstandard und schloss das Turnier auf Rang 64 mit einem Preisgeld von 6480 Euro ab. Zweimal hatte der zweimalige Masters-Sieger an gleicher Stelle bereits gewinnen können.

"Da ich mitten in einer Schwungumstellung bin, konnte ich keine Wunderdinge erwarten. Im Training läuft es im Moment besser als im Wettkampf", erklärte der 45-Jährige, der nun um die direkte Qualifikation für die US Open fürchten muss. Nur wenn sich der Weltranglisten-47. auch am Montag unter den besten 50 Spielern befindet, ist sein Start gesichert. Anderenfalls, so kündigte Langer an, werde er wahrscheinlich ein Qualifikationsturnier in Orlando spielen.

Hinter Langer kamen Marcel Siem aus Pulheim und Jochen Lupprian aus Burghausen auf den Plätzen 68 und 76 ein. Alle übrigen deutschen Spieler waren nach den ersten beiden Runden ausgeschieden. An vier Tagen wurden insgesamt rund 70.000 Besucher gezählt.

Turnierverlegung geplant


2004 wird die Deutsche Bank/SAP Open turnusgemäß wieder in St. Leon Rot bei Heidelberg ausgetragen, für 2005 strebt Turnierdirektor Harald Hartmann bezüglich Gut Kaden einen neuen Termin Anfang Juni an. "Dann werden die Platzverhältnisse noch besser sein", sagte Hartmann, der in dieser Woche nach einem harten Winter mit Schneepilz auf einigen Grüns zu kämpfen hatte. Die PGA hatte daraufhin den Profis gestattet, Bälle von den befallenen Stellen zu entfernen und auf die nächstgelegene "gesunde" Fläche zu legen.