DDR-Doping: Ewald-Prozess auf Freitag vertagt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

DDR-Doping Ewald-Prozess auf Freitag vertagt

Der wichtigste Prozess zum systematischen Doping im DDR-Sport gegen die Angeklagten Ewald und Höppner ist am Dienstag nach nur zwei Stunden vertagt worden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Am Freitag sollen die Verhandlungen vor der 38. Großen Kammer des Berliner Landgerichts fortgesetzt werden. Bei Prozeßbeginn am Dienstagmorgen hatte der langjährige DDR-Sportchef Manfred Ewald, 73, über seinen Anwalt erklären lassen, er werde sich vorerst nicht zur Anklageschrift äußern. Hingegen will der Mitangeklagte Manfred Höppner, 66, der stellvertretende Chef des Sportmedizinischen Dienstes der DDR, vor dem Landgericht eine Stellungnahme abgeben.

In der von Oberstaatsanwalt Klaus-Heinrich Debes vorgetragenen Anklageschrift wird Manfred Ewald die Verantwortung für die Gesundheitsschädigung an minderjährigen Sportler in 142 Fällen unterstellt. Er sei voll verantwortlich für das Programm der "unterstützenden Mittel", wie die Dopingpräparate in der DDR genannt wurden, gewesen und hätte alle maßgeblichen Entscheidungen gefällt, hieß es in der insgesamt 180 Seiten umfassenden Schrift.

Entgegen allen Spekulationen über ein schnelles Urteil hatte das Landgericht Berlin angekündigt, an mehreren Verhandlungstagen Nebenkläger im Prozess als Zeugen vernehmen zu wollen. Insgesamt sind rund 20 frühere DDR-Sportler als Nebenkläger registriert. Zunächst hatte das Gericht in dem wichtigsten Verfahren um das systematische Doping im DDR-Sport nur einen Prozesstag anberaumt.