DEL-Auftakt: Startschuss zur Adler-Jagd - DER SPIEGEL
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DEL-Auftakt Startschuss zur Adler-Jagd

Wer soll Meister Adler Mannheim stoppen? Vor der heute beginnenden 14. DEL-Saison steht die Antwort für die Trainer der übrigen Eishockey-Clubs schon fest. Niemand. Eigentlich.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Alle gegen Mannheim: Das Motto der kommenden Saison in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ist vorgegeben. Das Team aus Baden-Württemberg hat mit rund acht Millionen Euro den größten Etat der Liga, niemand verkauft so viele Dauerkarten (6300 Stück) wie die Adler. Dass der Titelverteidiger die nominell beste Mannschaft der Liga stellt, bestreitet kaum jemand, auch wenn mit Torhüter Jean-Marc Pelletier (Hamburg) und Nathan Robinson (Berlin) zwei Leistungsträger den Club verlassen haben. Sie wurden kurzerhand durch Schlussmann Adam Hauser (Köln) und Nationalspieler Michael Hackert (Frankfurt) ersetzt.

So kann für die Adler das Ziel wie im Vorjahr nur Platz eins lauten. "Es wäre verkehrt, wenn ich etwas anderes sagen würde", sagt Adler-Trainer Greg Poss. Mit seiner Einschätzung steht er nicht allein. In einer Umfrage des Sport-Informations-Dienstes (sid) unter den DEL-Trainern bekamen die Adler mit 14 Nennungen eindeutig die Favoritenrolle zugeschrieben.

"Die Adler haben im letzten Jahr schon verdient die Meisterschaft gewonnen und konnten das Team fast komplett halten", sagt Benoit Laporte von den Nürnberg Ice Tigers, die im Finale der abgelaufenen Saison den Mannheimern mit 0:3 hoffnungslos unterlegen waren. Der Trainer der Füchse Duisburg, Dieter Hegen, pflichtet bei: "An Mannheim führt kein Weg vorbei."

Der neue Eisbären-Trainer Don Jackson, bisher in Düsseldorf, muss schon Phrasen bemühen, um die Favoritenrolle der quantitativ wie qualitativ hervorragend besetzten Mannheimer kleinzureden: "Ein Selbstläufer wird es nicht." Ex-Bundestrainer Hans Zach von den Hannover Scorpions klingt in seiner Einschätzung beinahe trotzig: "Auch ein Außenseiter kann zum Schluss die Nase vorne haben." Jiri Ehrenberger, Trainer und Manager in Krefeld, erklärte, dass nur "die Mannschaft, die Mannheim schlägt" Meister werde könne.

Wie das geht, wissen die Kölner Haie. Am vergangenen Sonntag gelang den Haien ein 4:3-Testspielsieg gegen den Liga-Primus. Dennoch werden nicht den Kölnern, sondern den DEG Metro Stars aus Düsseldorf die besten Chancen eingeräumt, die Titelverteidigung der Adler zu stoppen. Bereits in der abgelaufenen Spielzeit waren die Metro Stars noch am ehesten in der Lage, mit den Adlern mitzuhalten.

Hoffnung für die neue Saison machen die vielen namhaften Zugänge: Mit den DEL-Rückkehrern Andy Hedlund, Peter Ratchuk und Brandon Reid, Leners Landsmann Robert Kantor sowie dem Kanadier Jamie Wright und dem Deutsch-Kanadier Jason Pinizzotto hat der Traditionsclub vor dieser Saison personell aufgerüstet wie kein anderes Team der Liga. Bereits morgen kommt es in Düsseldorf zum ersten Kräftemessen mit den Adlern. Eröffnet wird die Saison schon heute: Dann treffen in der Köln-Arena die Haie auf die Hamburg Freezers.

Mit Material von dpa und sid