DEL Barons gleichen Finalserie aus
München - Die München Barons haben sich im Rennen um die 81. deutsche Eishockey-Meisterschaft zurückgemeldet. Am zweiten Playoff-Finalspieltag revanchierte sich Titelverteidiger München Barons mit dem 4:1 (1:0, 1:0, 2:1)-Sieg am Ostermontag gegen Adler Mannheim für die 1:4-Niederlage am Samstag in Mannheim und erzielte in der "Best of Five"-Serie den Ausgleich. Rick Girard, Mike Kennedy Peter Larsson und Peter Douris schossen vor 6256 Zuschauern in der erstmals ausverkauften Olympia-Eishalle die Tore für die "Eisbarone". Den Ehrentreffer der im Angriff enttäuschenden Mannheimer erzielte Mike Stevens. Die Entscheidung in der Finalrunde, die am Mittwoch in Mannheim fortgesetzt wird, fällt frühestens im vierten Spieltag am Freitag in München.
Zuviele Strafzeiten für Mannheim
"Wir haben zu viele Strafzeiten erhalten. Das hat am Ende sehr viel Kraft gekostet, so dass wir gegen ein kompaktes Münchner Team nichts mehr entgegenzusetzen hatten", versuchte Mannheims Manager Marcus Kuhl das Spiel schnell abzuhaken. Barons-Trainer Sean Simpson war verständlicherweise zufrieden mit seinem Team: "Im ersten Spiel war Mannheim einen Tick besser. Nun war es umgekehrt. Es wird sehr eng. Der heutige Sieg meiner Mannschaft ist verdient."
Bei dem von Defensivtaktik und gegenseitigem Respekt bestimmten Duell zwischen Titelfavorit und Vorrundensieger Mannheim und dem amtierenden Meister aus der bayerischen Landeshauptstadt kam nach
zwei langweiligen Dritteln erst im Schlussabschnitt Playoff-Stimmung auf. Mannheims Topscorer Jan Alston, der am Samstag die Münchner mit drei Toren fast im Alleingang besiegte, und sein Team sorgten wieder
für Spannung. Bei 5:3-Überzahl gelang Mike Stevens in der 49. Minute der 1:2-Anschlusstreffer. Doch die Freude der Adler hielt nicht lange an. Nur 58 Sekunden später markierte Peter Larsson (51.) das 3:1, und weitere zwei Minuten danach machte Peter Douris den verdienten Münchner Sieg perfekt.
Adler-Coach auf der Tribüne
Mannheims Cheftrainer Bill Stewart, der wegen einer Prügelei im Viertelfinalspiel am 27. März gegen die Berlin Capitals gesperrt war und wie schon im Heimspiel am Samstag die Partie von der Tribüne aus
verfolgte, machte sich während des ersten Drittels eifrig Notizen. Dabei war in der ausgeglichenen und von vielen Hinausstellungen des kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Stefan Trainer aus Bad Aibling
geprägten Begegnung das Führungstor der Barons der einzige Höhepunkt. Bei 5:3-Überzahl der Barons fälschte Rick Girard (10.) einen Schlagschuss von Jason Herter unhaltbar für Adler-Schlussmann Mike
Rosati ins Tor ab. Anschließend vergaben die Münchner fahrlässig gute Möglichkeiten, die Führung auszubauen.
Auch im zweiten Durchgang machten die Barons-Fans und die rund 1000 Schlachtenbummler aus Mannheim mehr Spektakel als die Kontrahenten auf dem Eis, wo die spielerisch und kämpferisch fast ebenbürtigen Mannschaften auf einen Fehler des Gegners lauerten. Bei den wenigen Tormöglichkeiten, die die gute gestaffelten Abwehrreihen zuließen, war auf die Keeper Boris Rousson (München) und Mike Rosati
Verlass. Nur 25 Sekunden vor der Pausensirene machte der italienische Nationaltorwart im Adler-Tor keine glückliche Figur, als Mike Kennedy nach Zuspiel von Girard die Barons mit dem zweiten Powerplay-Treffer
mit 2:0 in Front brachte.
Von Gerd Münster, dpa