DEL-Finale Katerstimmung in Köln
Köln - Das blaue Auge störte Brad Purdie überhaupt nicht. "Das habe ich schon seit dem letzten Halbfinale, aber das ist egal", grinste der Torjäger der Krefeld Pinguine am Freitagabend nach dem 5:2 (1:1, 0:3, 1:1)-Auftaktsieg im Finale der DEL bei Titelverteidiger Kölner Haie und hielt sich ganz an das Motto seines Trainer Butch Goring: "Wer gewinnt, hat keine Schmerzen."
Wenn es nach dem viermaligen Stanley-Cup-Sieger geht, der in der NHL einst als "Eisenmann" berühmt war, dürften die Krefelder nicht das kleinste Zipperlein spüren. Denn der höchste Auswärtssieg in ihrer Playoff-Geschichte eröffnet den Pinguinen rosige Aussichten. Mit einem weiteren Erfolg am Sonntag (14.30 Uhr/live bei Premiere) in der ausverkauften Rheinlandhalle könnte der Altmeister den Grundstein zum ersten Titelgewinn seit 1952 legen. Drei Siege sind in der Best-of five-Serie zur Meisterschaft notwendig.
"Wir spielen zurzeit solides Eishockey, es läuft alles ganz gut, so kann es weitergehen", stellte Doppeltorschütze Purdie fest, der bereits seine Playoff-Treffer Nummer neun und zehn verbuchte. Auch Goring freute sich über den erfolgreichen Finalauftakt: "In einer solchen Serie als erstes auswärts zu gewinnen, ist ganz, ganz wichtig. Das gibt uns sehr viel Selbstvertrauen."
Heimpleite vor ausverkauftem Haus
Dieses Selbstvertrauen war am Freitagabend vor 18.565 Zuschauern in der ausverkauften Kölnarena deutlich zu spüren. Von der frühen Führung der Gastgeber durch Alex Hicks (4.) ließ sich der Vorrundensechste nicht schocken und glich durch Patrik Augusta (7.) schnell aus. Im Mittelabschnitt führte der Außenseiter den Meister regelrecht vor: Sandy Moger (27.), Derryl Shannon (32.) und Purdie (36.) sorgten für die Vorentscheidung.
Der zweite Hicks-Treffer (44.) brachte Krefeld nur kurz in Verlegenheit, Purdies Schuss ins leere Tor 72 Sekunden vor der Schlusssirene besiegelte die erste Kölner Playoff-Niederlage gegen den rheinischen Rivalen. "Krefeld war die bessere Mannschaft und hat verdient gewonnen", sagte Haie-Trainer Hans Zach, "um sie auszuschalten, müssen wir stärker und kompakter in Abwehr und Angriff sein."
"Krefelder Fans können Meisterschaft schon riechen"
Mit Blick auf Spiel zwei vor 6714 Fans in der Rheinlandhalle versuchte es der Bad Tölzer mit einem kleinen psychologischen Trick. "Als Sechste waren sie ein bisschen der Underdog. Aber die Underdog-Zeit ist jetzt vorbei. Sie führen 1:0 in der Serie, und der Druck ist bei ihnen", so Zach.
Der Krefelder Torschütze Moger konterte sofort. "Wir sind und bleiben der Außenseiter, so fühlen wir uns auch ganz wohl. Der Druck ist zwar jetzt ein bisschen gestiegen, aber er liegt immer noch in erster Linie auf Köln." Das sieht auch Haie-Torjäger Hicks so: "Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Jetzt müssen wir in Krefeld gewinnen, denn die Fans dort können die Meisterschaft schon riechen."
Kölner Haie - Krefeld Pinguine 2:5 (1:1, 0:3, 1:1)
1:0 Hicks (3:08)
1:1 Augusta (6:34)
1:2 Moger (26:35)
1:3 Shannon (31:20)
1:4 Purdie (35:20)
2:4 Hicks (43:14)
2:5 Purdie (58:48)
Schiedsrichter: Schimm (Waldkraiburg)
Zuschauer: 18.565 (ausverkauft)
Strafminuten: Köln 16 plus 10 Disziplinar (Lewandowski) - Krefeld 22