DEL-Finale Lions zeigen Zähne
Frankfurt am Main - Durch den 5:2 (3:1, 0:1, 2:0)-Heimerfolg vor 7000 Zuschauern konnten die Frankfurt Lions am Samstag die 2:5-Niederlage vom Donnerstag in Berlin wettmachen und den Eisbären die erste Playoff-Niederlage nach acht Siegen hintereinander beibringen. "Warten wir ab, wie Berlin unter Druck reagieren und spielen wird", freute sich Frankfurts Coach Rich Chernomaz über den furiosen Auftritt seines Teams und rechnet sich auch in den kommenden Partien einiges aus. Das dritte Spiel in dem auf drei Gewinnpartien angesetzten DEL-Finale findet am Ostermontag wieder in Berlin statt.
Wie in der ersten Begegnung setzten beide Mannschaften voll auf Offensive und schossen die Treffer anfangs im Minuten-Takt. Schon nach 72 Sekunden nutzte Mike Harder eine Unaufmerksamkeit der Berliner beim fliegenden Wechsel zu seinem dritten Playoff-Treffer, den Florian Keller weitere 52 Sekunden später durch einen haltbaren Schlenzer mit seinem ebenfalls dritten Playoff-Tor ausglich.
Danach dauerte er lediglich 23 Sekunden, ehe David Gosselin einen Patzer in der Berliner Deckung zur erneuten Führung nutzte. Michael Bresagk schoss in der 5. Minute die Frankfurter in der ausverkauften Halle, für die 30.000 Kartenbestellungen vorgelegen haben, mit 3:1 in Führung. Berlins Torhüter Rich Parent ließ sich dabei vom gebürtigen Lausitzer nach einem Alleingang mit einem Schuss aus sehr spitzem Winkel förmlich übertölpeln.
Danach drängten die Berliner, die wieder auf den zuvor gesperrten Nationalspieler Sven Felski zurückgreifen durften, auf den Anschluss. Dabei konnten sie aber im Gegensatz zum ersten Spiel, als vier der fünf Treffer in Überzahl gelangen, kein Powerplay nutzen. Selbst in der mehr als eine Minute dauernden 5:3-Überzahl brachten sie die Scheibe nicht im Lions-Tor unter. Die Frankfurter, die noch keines ihrer Playoff-Spiele in eigener Halle verloren haben, hatten bei einem Pfostenschuss von Micki DuPont allerdings auch viel Glück.
Im Mittel-Drittel gewannen die Eisbären die Oberhand. Kurz nach überstandener Strafe, die sie wegen eines überzähligen Spielers auf dem Eis kassiert hatten, gelang Nils Antons das 2:3 (26.). Doch die kräftemäßig nachlassenden Lions wehrten sich tapfer. Zehn Minuten vor dem Ende gelangen Dwayne Norris (51.) und Torjäger Patrick Lebeau (55.) die entscheidenden Treffer, als der Berliner Micki DuPont wegen übertriebener Härte eine Strafzeit von 5 plus 20 Minuten abbrummte.