DEL-Finale Überraschungscoup der Haie
Mannheim - "Janz Kölle" träumt vom Eishockey-Wunder. Aber die Adler lassen die Flügel nicht hängen und haben im Rennen um die 82. deutsche Eishockey-Meisterschaft ein Comeback ins Visier genommen. "Die Serie ist noch nicht vorbei. Wir wollen am Sonntag auf eigenem Eis die Entscheidung", sagte Mannheims Trainer Bill Stewart, der trotz des 1:2-Rückstands gegen die Kölner Haie im "best of five"-Playoff-Finale der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) den sechsten Meistertitel noch nicht abgeschrieben hat. Doch Köln hat vor dem vierten Endspiel am Freitag in der Kölnarena alle Trümpfe in der Hand, erstmals seit 1995 wieder den Meisterpokal zu gewinnen.
Als den Haien am Dienstag mit dem 4:2-Erfolg eine faustdicke Überraschung gelungen war, strahlte Rich Chernomaz mit seinen Spielern um die Wette. "Ich bin einfach nur stolz", erklärte der Kölner Aushilfstrainer, der selbst bei einem Titelgewinn in der neuen Saison für Bundestrainer Hans Zach Platz machen muss. Aber Chernomaz genoss den Moment und bescheinigte seiner Mannschaft, die in einer verkorksten Vorrunde nur Sechster geworden war, eine "großartige Leistung. Im ersten Drittel waren wir besser und haben mit kompaktem Spiel die Adler zu Fehlern gezwungen. Aber der Sieg war ein hartes Stück Arbeit."
Kölner Bilderbuchstart
Nach dem Kölner Bilderbuchstart mit der 2:0-Führung durch Corey Millen und dem Anschlusstreffer durch Stefan Ustorf im zweiten Drittel wurde der Playoff-Krimi erst in der spannenden Schlussphase
entschieden. Yves Racine (56.) schaffte Mannheims Ausgleich, doch nur 61 Sekunden später zerstörte Dwayne Norris, der beim Kölner 3:2-Heimsieg am Sonntag den Siegtreffer erzielte, die Hoffnungen des
Titelverteidigers. Zwei Sekunden vor der Schlusssirene stellte Andre Faust mit einem "empty net"-Tor den Endstand her.
Die Kölner, die im Playoff bereits fünfmal auswärts gewannen, sind sich ihrer Sache noch nicht sicher. "Es ist noch alles offen. Das wird eine Schlacht geben", meinte Haie-Stürmer Dwayne Norris, der auf ein ähnlich phantastisches Publikum wie am Sonntag hofft. Mit 18.500 Zuschauern ist die Kölnarena erneut restlos ausverkauft. Zuversicht holen sich die Haie aus der Statistik. Auch 1995 beim letzten Titelgewinn, so der verletzte Jörg Mayr, sei man als Vorrundensechster ins Playoff gestartet und später Meister geworden.
Playoff-Finale (best of five), 3. Spieltag:
Adler Mannheim - Kölner Haie 2:4 (0:2, 1:0, 1:2)
0:1 Millen (3:54)
0:2 Millen (5:37)
1:2 Ustorf (29:29)
2:2 Racine (55:44)
2:3 Norris (56:45)
2:4 Faust (59:58)
Schiedsrichter: Chvatal (Waldkraiburg)
Zuschauer: 8200 (ausverkauft)
Strafminuten: Mannheim 12 - Köln 14
(Playoff-Stand: 1:2/1. Spiel 4:0; 2. Spiel 2:3; 3. Spiel 2:4)