Der Etappenhase Dem Tourminator hinterher
Nach dieser Tour wird die Ära Lance Armstrong zu Ende sein. Der Texaner hat angekündigt, seine Karriere zu beenden. Doch der 33-Jährige hat auch deutlich gemacht, dass er für einen siebten Toursieg alles geben wird. Also ist es für alle, allen voran natürlich Jan Ullrich, die allerletzte Chance, den Texaner in diesem Jahr zu besiegen.
Schafft Armstrong einen weiteren Triumph, geht er als unbesiegter Tourminator in den wohlverdienten Ruhestand. Sollte er aber von einem seiner Konkurrenten in die Schranken gewiesen werden, dann wird er sich vermutlich ärgern, nicht schon im Vorjahr abgetreten zu sein.
Die Herausforderer sind fast die gleichen wie immer. Ullrich, dessen T-Mobile-Kollege Alexander Winokurow, Ivan Basso, dazu noch die spanische Fraktion mit Roberto Heras, Iban Mayo und dem Newcomer Alejandro Valverde. Für ernsthafte Anwärter auf den Sieg halte ich auch noch die beiden US-Amerikaner Floyd Landis und Levi Leipheimer sowie den Kolumbianer Santiago Botero.
Die erste Woche wird leider ohne Beteiligung deutscher Sprinter über die Bühne gehen - auf Erik Zabel wurde verzichtet, Danilo Hondo ist gesperrt. Trotzdem werden die Zielankünfte wieder rasant und atemberaubend sein. Wie immer bei der Tour, werden wir auch täglich einen würdigen Etappensieger präsentiert bekommen - aber das ist ja nichts Neues.
Etwas ganz Neues wird in diesem Jahr die Art und Weise des Etappenhasen sein. Wir haben ein 22. Team an den Start gebracht, und zwar die virtuelle Mannschaft von SPIEGEL ONLINE. Mit meiner Kolumne sind Sie immer direkt dabei. Wie fühlt sich der Sprinter vor der Bergetappe? Was redet der Masseur mit dem Fahrer auf der Massagebank? Was müssen die Mechaniker nach einer Etappe alles erledigen? Lassen Sie sich überraschen.
Auch bei der 92. Tour de France können Sie mir wieder Fragen mailen. Bitte schicken Sie Ihre Anfragen direkt an den Etappenhasen. Meine Antworten werden an den beiden Ruhetagen der 92. Frankreich-Rundfahrt veröffentlicht. Der erste ist Montag, der 11. Juli, eine Woche später folgt der zweite. Ich freue mich auf drei spannende Wochen - bis morgen.
Ihr Etappenhase Marcel Wüst
P.S.: Wichtig ist noch eine Änderung des Reglements. Die Fahrer müssen aus Sicherheitsgründen ihren Helm bis ins Ziel aufbehalten. Und wer auf dem letzten Kilometer einer Etappe stürzt, erhält die gleiche Zeit wie die Gruppe, der er angehörte. Das gilt allerdings nur dann, wenn er sich wieder aufrappelt und es noch bis ins Ziel schafft.