Detlef Schrempf "Wir haben es verschenkt"
10:28 Minuten vor der Schlusssirene führte Ihre Mannschaft mit 15 Punkten. Wie ist es möglich, diesen Vorsprung zu verspielen, Herr Schrempf?
Detlef Schrempf:
Wie es möglich ist, sah man doch. Im letzten Viertel herrschte bei uns fünf Minuten lang etwas Chaos. Als wir nur noch drei Punkte führten, fielen wir plötzlich zusammen. Wir wussten, wenn es eng wird, haben wir einen ganz schweren Stand.
Ist das Team nach der perfekten Vorstellung über fast 38 Minuten möglicherweise an der eigenen Überheblichkeit gescheitert?
Schrempf: Nein, ganz bestimmt nicht. Es lief eben nicht mehr.
Können Sie das etwas genauer erklären?
Schrempf: Ich denke, es hat an der Offensive gelegen. Die Defensive war okay. Doch in der Offensive schossen wir plötzlich nur von außen, waren nur noch auf Drei-Punkte-Schüsse aus. Wir sind nicht mehr zum Korb gegangen und haben so öfter den Ball abgegeben. Außerdem haben in unserer Schwächeperiode Koby Bryant und vor allem Brian Shaw mit seinen drei Drei-Punkte-Schüssen ganz wichtige Punkte gemacht.
Zum 13. Mal standen sie in den Play-offs. Genauso oft sind sie frühzeitig aus dem Titelkampf ausgeschieden. War die heutige Niederlage die größte Enttäuschung in Ihrer Karriere?
Schrempf: Wir hätten es schaffen können, nein, müssen. Wir hatten es eigentlich geschafft. Wir haben es praktisch verschenkt. Das ist das Enttäuschende. Wir haben sehr gut gespielt. Doch wir sind leider von den guten Sachen, die wir gespielt haben, zu früh weggegangen.
Sie waren im Spiel der letzte Spieler, der den Ball in den Händen hielt. War das auch ihre letzte Aktion in der NBA?
Schrempf: Mal sehen.
Sie machen weiter?
Schrempf: Die Kinder müssen ihre Schule in Portland zu Ende machen. Danach werden wir uns im Sommer nach Seattle zurückziehen. Dann werde ich mal schauen, was ich mache
Das Interview führte Gunnar Meinhardt.